Der Jahresabschluss 2024 zeigt ein Projekt, das sich in einer deutlich angespannten wirtschaftlichen Lage befindet. Die Bilanz wurde um rund 662.000 € verkürzt, vor allem durch einen massiven Rückgang des Anlagevermögens. Hinzu kommt eine Eigenkapitalquote nahe Null, sehr hohe kurzfristige Verbindlichkeiten und substanzielle Pachtverpflichtungen – während gleichzeitig die Windenergieanlagen stark an Wert verloren haben. Die finanzielle Stabilität bleibt damit fragil, und die Gesellschaft ist klar auf die laufenden Cashflows angewiesen.
1. Bilanzsumme bricht ein – vor allem durch massiven Anlagenverlust
Die Bilanzsumme fällt von 2,62 Mio. € auf 1,96 Mio. € (−663.000 €).
Das ist ein Rückgang um rund 25 % – ungewöhnlich stark für ein Windparkprojekt.
Der Hauptgrund:
Anlagevermögen sinkt um rund 700.000 €
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1,462 Mio. € (2023) → 759.135 € (2024)
Das deutet klar auf:
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hohe planmäßige oder außerplanmäßige Abschreibungen,
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möglicherweise technische Probleme,
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oder eine deutliche Wertanpassung.
Für Anleger bedeutet das:
Die Substanz des Projekts ist deutlich geschrumpft.
2. Umlaufvermögen relativ stabil – aber Struktur hat sich verschoben
Umlaufvermögen:
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1,10 Mio. € (2023) → 1,01 Mio. € (2024)
Auffällig:
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Forderungen sinken deutlich (537.739 € → 328.617 €)
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Liquidität steigt (562.407 € → 681.402 €)
Die Gesellschaft hat also:
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weniger offene Einnahmen (z. B. EEG-Forderungen),
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mehr kurzfristiges Geld auf dem Konto.
Positiv: kurzfristige Zahlungsfähigkeit verbessert
Kritisch: geringere Forderungen können auf niedrigere Stromerträge hindeuten.
3. Eigenkapitalfaktor: Extrem niedrig – wirtschaftliche Substanz ist minimal
Das Eigenkapital beträgt unverändert:
1.487,50 €
Das entspricht einer Eigenkapitalquote von nur 0,08 %.
Zudem gibt es:
Nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Entnahmen: 163.767 €
(Anstieg von 30.528 €)
Diese Position zeigt:
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die Gesellschaft hat mehr Geld entnommen als zulässig,
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oder es wurden Verluste nicht durch Einzahlungen gedeckt.
Für Anleger ist dies ein klarer Warnhinweis, denn:
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bilanziell ist das Unternehmen praktisch ohne Puffer,
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jegliche unvorhergesehene Belastung kann die Liquidität gefährden.
4. Rückstellungen steigen moderat – Hinweis auf erwartete Risiken
Die Rückstellungen steigen:
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378.833 € → 425.259 €
Dies deutet auf:
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höhere erwartete Wartungs- oder Schadenskosten
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möglicherweise steigende technische Risiken
Dies passt zu den starken Abschreibungen im Anlagevermögen.
5. Verbindlichkeiten sinken deutlich – aber hohe kurzfristige Belastung
Die Verbindlichkeiten werden reduziert:
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2.239.271 € → 1.530.529 € (−709.000 €)
Das ist grundsätzlich positiv.
Problematisch ist jedoch die Struktur:
| Kategorie | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| ≤ 1 Jahr | 965.431 € | 920.708 € |
| > 1 Jahr | 565.098 € | 1.318.562 € |
Interpretation:
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der Großteil der Verbindlichkeiten ist kurzfristig fällig,
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langfristige Stabilität wurde erheblich reduziert.
Das Unternehmen hat damit kaum Planungssicherheit und ist abhängig von:
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stabilen Windjahren,
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regelmäßiger Stromproduktion,
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zeitnahen Zahlungseingängen.
Banken haben umfangreiche Sicherheiten (Windräder, Nutzungsrechte, Konten, Verträge).
Dies reduziert die Flexibilität weiter.
6. Sonstige finanzielle Verpflichtungen hoch und langfristig gebunden
Es bestehen:
Pachtverpflichtungen von 815.000 €
Laufzeit bis 2034, davon 60.000 €/Jahr Fixpacht plus Umsatzpacht.
Das bedeutet:
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hohe Fixkosten bis mindestens 2034
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Windschwache Jahre können stark auf die Rentabilität drücken
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die Pachtlast ist langfristig nicht variabel
Hinzu kommt eine ungewöhnliche Sicherheitenstruktur:
Das Projekt haftet für ein 20-Millionen-Euro-Darlehen eines nahestehenden Unternehmens.
Auch wenn die Gesellschaft nicht selbst Schuldner ist, stellt dies ein überproportionales Risiko dar.
7. Gesamtbewertung aus Anlegersicht
Stärken
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Liquidität leicht verbessert
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Verbindlichkeiten wurden reduziert
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keine neuen Finanzierungsrisiken ersichtlich
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transparentes Reporting
Schwächen / Risiken
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massive Abschreibungen im Anlagevermögen
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extrem niedrige Eigenkapitalquote (~0 %)
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hohe kurzfristige Verbindlichkeiten
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langfristige, feste Pachtlasten
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negative Einlagenentwicklung (nicht gedeckte Entnahmen)
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Substanz und Finanzkraft deutlich geschwächt
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Haftung für fremde Darlehen (20 Mio. €)
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Windpark operativ sehr verwundbar
Anlegerfazit
Der Windpark Schwanebeck III ist aus Anlegersicht ein Projekt mit erhöhtem strukturellen Risiko. Die Bilanz zeigt:
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stark sinkende Substanz,
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minimale Eigenkapitalbasis,
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erhöhte operative Risiken,
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hohe kurzfristige Belastungen
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und zusätzliche Haftungsverpflichtungen.
Die Gesellschaft bleibt nur stabil, solange die laufenden Cashflows funktionieren.
Ein unerwartetes Ereignis – technischer Defekt, Windschwaches Jahr, Preisänderungen – könnte schnell zu Liquiditätsengpässen führen.