Der Jahresabschluss 2024 zeigt ein Projekt, das sich in einer kritischen finanziellen Schieflage befindet. Die Bilanzsumme schrumpft weiter, das Eigenkapital liegt faktisch bei null, und der nicht gedeckte Fehlbetrag wächst deutlich an. Gleichzeitig ist das Projekt stark fremdfinanziert, verfügt über nur geringe Liquidität und kämpft mit einer strukturellen Unterdeckung. Unter dem Strich wirkt der Windpark aus Investorensicht finanziell angespannt, stark fremdbestimmt und nur eingeschränkt stabilisierungsfähig.
1. Bilanzsumme sinkt – Substanzverlust setzt sich fort
Die Bilanzsumme reduziert sich:
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2023: 5.710.997 €
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2024: 5.273.682 €
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→ Minus 437.314 €
Während moderate Veränderungen normal sein können, fällt hier besonders auf:
Anlagevermögen schrumpft weiter
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4.706.625 € → 4.097.337 €
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−609.288 €
Dies zeigt:
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hohe planmäßige Abschreibung,
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aber bei vielen vergleichbaren Parks deuten solche Sprünge auch auf
außerplanmäßige Wertberichtigungen (z. B. technische Probleme, kürzere Restlaufzeit).
Ein sinkendes Anlagevermögen mindert die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts.
2. Umlaufvermögen leicht verbessert – aber auf schwachem Niveau
Das Umlaufvermögen steigt moderat:
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237.826 € → 287.077 €
Dabei:
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Forderungen stärker (164.816 € → 241.744 €)
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Liquidität deutlich gesunken (73.010 € → 45.333 €)
Interpretation:
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Mehr offene Forderungen, aber weniger freie Liquidität
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Das Projekt ist nicht liquide stark aufgestellt
Für einen Windpark dieser Größe ist ein Kassenbestand unter 50.000 € problematisch gering, da unvorhergesehene Ereignisse – Reparaturen, Störungen – oft sechsstellige Beträge kosten.
3. Negativer Eigenkapitalstatus verschärft sich drastisch
Das Eigenkapital bleibt rein nominell bei 1.250 €, aber:
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag steigt extrem
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180.281 € → 365.598 €
Damit ist das bilanzielle Eigenkapital faktisch negativ:
−364.348 €
Dies bedeutet:
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die Gesellschaft hat Verluste erlitten,
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die Gesellschafter haben sie nicht ausgeglichen,
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der Windpark arbeitet auf Basis einer bilanzrechtlichen Überschuldung weiter.
Die Geschäftsführung bewertet die Fortführung allerdings weiterhin als gewährleistet.
Aus Investorensicht ist das eine optimistische Annahme, die geprüft werden muss.
4. Verbindlichkeiten weiterhin sehr hoch – strukturelle Belastung bleibt
Die Verbindlichkeiten sinken leicht:
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5.587.558 € → 5.129.704 €
Positiv – aber:
Die Schuldenquote liegt weiterhin bei über 97 % der Bilanzsumme.
Struktur der Verbindlichkeiten:
| Kategorie | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| ≤ 1 Jahr | 575.704 € | 525.558 € |
| > 1 Jahr | 4.572.000 € | 5.062.000 € |
| > 5 Jahre | 2.699.000 € | 3.123.000 € |
Trotz leichter Rückführung bleibt der Park:
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hochverschuldet
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langfristig und strukturell belastet
Zudem bestehen zahlreiche umfangreiche Sicherungsabtretungen, einschließlich:
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Abtretung sämtlicher Einspeiseerlöse
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Verpfändung der Anlagen
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Verpfändung von Kontoguthaben
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Abtretung von Versicherungsansprüchen
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Eintragung von Grundschulden
Dies bedeutet:
Alles, was werthaltig ist, dient bereits als Sicherheit.
Der Park hat keinen finanziellen Spielraum mehr.
5. Pachtverpflichtungen bleiben hoch und langfristig bindend
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Feste Pachtkosten: 682.000 €, Laufzeit bis 2037
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Plus variable, umsatzabhängige Anteile
Diese Belastung ist erheblich und wirkt wie eine zusätzliche Festverzinsung – unabhängig von:
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Windjahren
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Strompreisen
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Reparaturen
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Ausfällen
Dies verschärft das Risiko im Fall schwächerer Cashflows.
6. Gesamtbewertung aus Anlegersicht
Stärken
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leichte Reduktion der Verbindlichkeiten
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transparente Offenlegung
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keine versteckten Projekte oder Sonderthemen ersichtlich
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Windpark ist operativ weiter in Betrieb
Schwächen / Risiken
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faktisches negatives Eigenkapital
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sehr geringe Liquidität
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hoher nicht gedeckter Fehlbetrag
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strukturelle Überschuldungstendenz
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hohes langfristiges Schuldenniveau
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umfangreiche Sicherungsabtretungen → keine Reserven
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Pachtlasten langfristig hoch
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Substanzverlust im Anlagevermögen
Anlegerfazit
Der Windpark Blaue Warthe IV befindet sich aus Investorensicht in einer kritischen wirtschaftlichen Lage.
Die Kennzahlen zeigen:
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deutliches Substanzrisiko,
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hohe finanzielle Abhängigkeit,
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verschlechterte Eigenkapitalposition,
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geringe Liquidität.
Ohne nachhaltige Verbesserung der Einnahmen oder externe Kapitalzufuhr bleibt der Park in einem fragilen Zustand, in dem jede unerwartete Belastung (technische Störung, teure Reparatur, Preisänderung) unmittelbar zu ernsten Problemen führen kann.