Im Zuge der Insolvenzantragsverfahren gegen mehrere Gesellschaften der bekannten Thömen-Gruppe hat das Amtsgericht Delmenhorst am 14. November 2025 richtungsweisende Ergänzungen zu bereits bestehenden Maßnahmen beschlossen. Alle betroffenen Unternehmen – tätig in Schwertransport, Spedition, Kranlogistik und Spezialdienstleistungen – stehen unter der Verantwortung von Geschäftsführer Daniel Janssen, ansässig in Dötlingen.
Bereits Ende September beziehungsweise Anfang Oktober dieses Jahres war über die Vermögenswerte der Unternehmensgruppe die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet worden. Der nun veröffentlichte Beschluss weitet die Befugnisse des vorläufigen Insolvenzverwalters deutlich aus: Er ist ab sofort zusätzlich einzeln ermächtigt, bestimmte Handlungen zum Schutz und zur Sicherung der Insolvenzmasse selbstständig vorzunehmen. Diese Kompetenzerweiterung soll die Handlungsfähigkeit während des Verfahrens stärken und sicherstellen, dass wirtschaftliche Entscheidungen ohne Zeitverlust getroffen werden können.
Betroffen sind die folgenden Gesellschaften:
Thömen GmbH, Brunsbüttel – Aktenzeichen 12 IN 152/25
Thömen Schwertransport und Krantechnik GmbH, Potsdam – Aktenzeichen 12 IN 154/25
Thömen Spedition GmbH & Co. KG, Hamburg – Aktenzeichen 12 IN 146/25
Thömen Kranarbeiten und Schwertransporte GmbH, Leipzig – Aktenzeichen 12 IN 153/25
Die Anordnung der Einzelermächtigung ist im Insolvenzrecht ein klares Signal: Der vorläufige Insolvenzverwalter soll operative Prozesse überwachen und zugleich unterstützen, um die Fortführung des Geschäftsbetriebs – soweit realistisch – zu sichern. Dazu kann unter anderem gehören, Vertragsbeziehungen zu prüfen, Vermögensgegenstände zu schützen oder laufende Aufträge geordnet abzuwickeln.
Für Gläubiger und Geschäftspartner ist die Lage damit deutlicher strukturiert: Finanzielle und rechtliche Maßnahmen dürfen nun ausschließlich unter Einbindung des vorläufigen Insolvenzverwalters erfolgen, um die Integrität der späteren Insolvenzmasse zu gewährleisten.
Die Volltexte der Beschlüsse liegen zur Einsicht in der Geschäftsstelle des Insolvenzgerichts Delmenhorst bereit. Wie sich die wirtschaftliche Situation der traditionsreichen Logistikgruppe weiter entwickelt, wird in den kommenden Wochen entscheidend sein.