Nach dem Tod einer deutschen Mutter und ihrer beiden Kinder in Istanbul rückt das Thema Lebensmittelvergiftung erneut in den Fokus. Die Familie aus Hamburg hatte offenbar Streetfood gegessen – die Ermittler prüfen, ob verdorbene Muscheln die Ursache waren. Der Vater liegt weiterhin auf der Intensivstation.
Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärt, können Lebensmittelvergiftungen durch Bakterien, Schimmelpilze oder Toxine in Fischen und Muscheln ausgelöst werden. Marine Biotoxine – sogenannte Algentoxine – reichern sich im Gewebe von Meeresfrüchten an und bleiben teilweise hitzestabil, also auch nach dem Kochen gefährlich.
Besonders gefährdet sind Kinder, Schwangere, ältere Menschen und Immungeschwächte, sagt Birgit Terjung von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie (DGVS). In schweren Fällen können Vergiftungen zu Organversagen oder Tod führen.
Typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, die meist nach ein bis drei Tagen abklingen. Wer jedoch anhaltend erbricht, blutigen Durchfall hat oder zur Risikogruppe gehört, sollte sofort ärztliche Hilfe suchen.
Zur Vorbeugung empfiehlt das BfR:
- Verderbliche Speisen stets kühlen oder bei mindestens 60 Grad warmhalten.
- Reste rasch abkühlen und nicht lange ungekühlt stehen lassen.
- In warmen Ländern gilt die Faustregel: „Cook it, peel it, or leave it“ – Koch es, schäle es oder lass es sein.
Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg rät Reisenden, in Ländern mit niedrigen Hygienestandards auf rohe tierische Produkte, Muscheln und ungeschältes Obst oder Gemüse zu verzichten. Zudem sei es sinnvoll, sich vorab über eine Reiseapotheke und die Empfehlungen des Auswärtigen Amts zu informieren.
Die türkischen Behörden haben inzwischen mehrere Personen festgenommen, die das fragliche Streetfood verkauft haben sollen. Ob tatsächlich Muscheltoxine oder bakterielle Verunreinigungen zum Tod der Familie führten, sollen Laboranalysen klären.