Die Windpark Timmeler Kampen Verwaltungs GmbH ist – wie der Name sagt – keine Betreibergesellschaft, sondern eine reine Verwaltungs- und Komplementärgesellschaft. Sie hält keine eigenen Windkraftanlagen, sondern verwaltet gleich mehrere Windparks in Großefehn.
Für Anleger ist relevant: Diese Gesellschaft ist nicht für Umsätze aus Stromproduktion zuständig, sondern dient als haftende Hülle und organisatorische Leitstelle für die angeschlossenen Windparks.
Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Liquidität, Verbindlichkeiten und deren Veränderungen.
1. Anlagevermögen unverändert – reine Verwaltung, keine eigenen Anlagen
Mit 11.306 € Sachanlagen ist klar:
Diese GmbH verfügt nur über Organisationsmittel (z. B. Büroausstattung).
Für Anleger heißt das:
Die wirtschaftlichen Risiken und Erträge liegen in den Kommanditgesellschaften, nicht in dieser Verwaltungs-GmbH.
2. Liquidität deutlich gesunken – aber weiterhin solide
Die liquiden Mittel sind von 599.493 € auf 454.197 € gesunken.
Das ist ein Rückgang von etwa 145.000 €.
Zusammen mit sinkenden Forderungen ergibt sich ein deutlicher Abbau des Umlaufvermögens:
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2023: 1.327.476 €
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2024: 1.148.558 €
Das ist kein Alarmzeichen – aber zeigt, dass die Gesellschaft 2024 mehr ausgegeben als eingenommen hat.
3. Eigenkapital sinkt um 65.000 € – aus Bilanzgewinn aufgezehrt
Das Eigenkapital fällt von 636.480 € auf 571.095 €.
Der Bilanzgewinn wurde um 65.384 € reduziert.
Wichtig für Anleger:
👉 Die Gesellschaft hat einen Gewinnvortrag, aber offenbar geringere Einnahmen bzw. höhere Kosten erzeugt.
Allerdings hat die Gesellschaft nach wie vor eine sehr stabile Eigenkapitalquote von etwa 49 % – für eine Verwaltungs-GmbH ist das absolut solide.
4. Keine langfristigen Schulden – aber hoher kurzfristiger Finanzierungsbedarf
Die Verbindlichkeiten liegen bei 585.420 € (Vorjahr: 698.953 €).
Alle Verbindlichkeiten sind kurzfristig (< 1 Jahr), was bedeutet:
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hohe Liquiditätsanforderungen,
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schnelle Zahlungspflichten,
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aber keine langfristigen Finanzierungsrisiken.
Der Rückgang um rund 113.000 € zeigt:
Die GmbH hat Schulden abgebaut – ein positives Signal.
5. Beteiligungsstruktur: Haftung ohne Kapital
Die GmbH ist Komplementärin von fünf Windparks:
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Timmeler Kampen
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Timmeler Kampen II
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Timmeler Kampen III
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Timmeler Kampen IV
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Timmeler Kampen V
Wichtig:
👉 Sie haftet unbeschränkt, aber ohne eigene Kapitalbeteiligung.
👉 Erträge stammen typischerweise aus Verwaltungsvergütungen und Gewinnanteilen der KGs.
Für Anleger bedeutet das:
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Das operative Risiko liegt in den KGs.
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Die Verwaltungs-GmbH dient hauptsächlich der rechtlichen Strukturierung.
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Ihre Bilanz ist ein Spiegel der administrativen Tätigkeit, nicht der Windstromerträge.
6. Geschäftsführerstruktur: familiär und zentralisiert
Johann und Carsten de Wall führen die Gesellschaft:
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einzelvertretungsberechtigt
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von § 181 BGB befreit (Selbstkontrahieren erlaubt)
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Vollzeit in der Geschäftsführung tätig
Das ist typisch für norddeutsche, familiengeführte Windparkstrukturen und kann positiv sein – kurze Entscheidungswege, viel Erfahrung –, birgt aber immer auch Abhängigkeit von wenigen Personen.
Fazit aus Anlegersicht
Stärken
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Hohe Liquidität trotz Rückgang
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Schulden wurden reduziert
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Eigenkapital weiterhin solide
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Verwaltungsstruktur klar und professionell
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Keine langfristigen Kreditrisiken
Risiken
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Liquiditätsabbau im Jahr 2024
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sinkendes Eigenkapital durch geringeren Gewinn
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Abhängigkeit von Verwaltungsvergütungen
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operativer Erfolg hängt vollständig von den angeschlossenen Windparks ab
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familiäre Führungsstruktur → Konzentrationsrisiko
Kurzbewertung
Die Verwaltungs-GmbH ist finanziell gesund, spielt aber für Anleger nur eine indirekte Rolle.
Ihr Zustand sagt wenig über den wirtschaftlichen Erfolg der Windparks selbst aus – und genau dort entstehen Erträge und Risiken für Investoren.