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EU schafft Zollfreigrenze für Online-Bestellungen ab – Billigimporte aus China sollen gestoppt werden

AbsolutVision (CC0), Pixabay

Online-Shopping aus China und anderen Nicht-EU-Ländern wird bald deutlich teurer. Die EU-Finanzministerinnen und -minister wollen die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro für Pakete aus Drittstaaten abschaffen. Ziel ist es, den massiven Zustrom günstiger Kleinsendungen zu stoppen und europäischen Händlern wieder faire Wettbewerbsbedingungen zu verschaffen.

Die Minister treffen sich am Donnerstag in Brüssel, um die Reform endgültig zu beschließen. Damit endet eine jahrelange Debatte über die sogenannten „Billig-Päckchen“, die bisher ohne Zollgebühren und oft auch ohne korrekte Steuererfassung in die EU gelangten.

Nach Angaben der EU-Kommission stammen inzwischen 91 Prozent aller E-Commerce-Importe mit einem Wert unter 150 Euro aus China. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 4,6 Milliarden Pakete in die EU importiert – mehr als viermal so viele wie noch 2022. Viele Anbieter umgehen Zollpflichten, indem sie ihre Sendungen künstlich aufteilen oder den Warenwert falsch deklarieren.

Mit der Abschaffung der Zollfreigrenze will die EU diesem „systematischen Missbrauch“ ein Ende setzen. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden Zollreform, die bis Ende des Jahres abgeschlossen werden soll. Sie soll nicht nur Steuerverluste verhindern, sondern auch den CO₂-Ausstoß durch den globalen Paketverkehr senken.

Das EU-Parlament hatte der Reform bereits zugestimmt und fordert, dass internationale Onlinehändler künftig Lagerhäuser innerhalb der EU betreiben sollen. Damit sollen Transportwege verkürzt und Rücksendungen reduziert werden, die bislang oft kostenlos und massenhaft erfolgen – ein wachsendes Umweltproblem.

Der österreichische Handelsverband begrüßte den Schritt. Geschäftsführer Rainer Will sprach von einem „kriminellen Massenphänomen“, das europäischen Händlern jährlich Milliardenschäden zufüge. Allein in Österreich beziffere sich der Verlust an Steuern und Abgaben auf bis zu 4,5 Milliarden Euro.

Auch Wirtschaftskammer-Obmann Rainer Trefelik nannte die Abschaffung der Zollgrenze „ein wichtiges Signal für fairen Wettbewerb“ und eine längst überfällige Maßnahme gegen den massiven Preisdruck durch chinesische Plattformen.

Neben dem Zollthema stehen beim Ministerrat auch die Energie- und Klimabesteuerung sowie die EU-Haushaltsverhandlungen für 2026 auf der Agenda. Besonders umstritten bleibt die geplante Kerosinsteuer für Flugzeuge, die von mehreren Mitgliedsstaaten weiterhin blockiert wird.

Mit der neuen Zollregelung will die EU-Kommission den Onlinehandel aus Drittstaaten gerechter, transparenter und nachhaltiger gestalten. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das allerdings: Schnäppchen aus China könnten bald Geschichte sein.

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