Neue Enthüllungen um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bringen US-Präsident Donald Trump erneut in Erklärungsnot. Drei bislang unveröffentlichte E-Mails aus den Jahren 2011, 2015 und 2019, die von Demokraten im Repräsentantenhaus publik gemacht wurden, legen nahe, dass Trump über die sexuellen Übergriffe Epsteins informiert gewesen sein soll – und selbst Zeit mit einer Minderjährigen verbrachte.
In einer der Nachrichten, die Epstein an seine langjährige Vertraute Ghislaine Maxwell schrieb, heißt es wörtlich, Trump habe „von den Mädchen gewusst“. In einer weiteren E-Mail, adressiert an den Journalisten Michael Wolff, beschreibt Epstein, dass der heutige Präsident „Stunden mit einem der Mädchen in meinem Haus verbracht“ habe. Was dabei geschah, bleibt unklar. In einem dritten Schreiben an Maxwell von 2019 behauptet Epstein, Trump habe sie gebeten, „aufzuhören“.
Das Weiße Haus reagierte empört und sprach von einer „gezielten politischen Kampagne“. Pressesprecherin Karoline Leavitt warf den Demokraten vor, die Dokumente „bewusst an liberale Medien durchgestochen“ zu haben, um Trump zu diffamieren.
Trump selbst hat bislang stets betont, er habe sich 2005 von Epstein losgesagt, nachdem dieser versucht habe, Mitarbeiterinnen von seinem Anwesen Mar-a-Lago abzuwerben – darunter die spätere Epstein-Anklägerin Virginia Giuffre, die sich im April dieses Jahres das Leben nahm. Epstein war 2019 in seiner Gefängniszelle tot aufgefunden worden, offiziell durch Suizid.
Die Enthüllung der neuen E-Mails droht den Skandal nun erneut anzuheizen. Robert Garcia, demokratischer Vorsitzender des Aufsichtsausschusses im Repräsentantenhaus, erklärte: „Diese Nachrichten werfen schwerwiegende Fragen darüber auf, was das Weiße Haus noch verschweigt – und wie eng die Beziehung zwischen Epstein und dem Präsidenten tatsächlich war.“
Innerhalb des Kongresses wächst der Druck, alle Epstein-Akten vollständig offenzulegen. Auch mehrere republikanische Abgeordnete unterstützen das Vorhaben. Doch der republikanische Mehrheitsführer Mike Johnson blockiert bislang eine Abstimmung, obwohl eine parteiübergreifende Mehrheit diese erzwingen könnte.
Sollte der Antrag angenommen werden, müsste der Senat zustimmen – dort gilt eine Zustimmung allerdings als unwahrscheinlich. Beobachter erwarten, dass die Weigerung, die Unterlagen zu veröffentlichen, die Spekulationen um mögliche Vertuschungen im Umfeld des Präsidenten weiter befeuern dürfte.
Der Epstein-Skandal, der bereits Trumps zweite Amtszeit überschattet, könnte damit zu einer politischen Zeitbombe werden – mit unvorhersehbaren Folgen für das Weiße Haus und den Wahlkampf.