Die Gründerin und Namensgeberin des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zieht sich aus der Parteispitze zurück. Sahra Wagenknecht kündigte am Montagnachmittag an, im Dezember nicht erneut für das Amt der Parteivorsitzenden zu kandidieren. Sie wolle sich künftig auf die Arbeit an der inhaltlichen Ausrichtung der Partei konzentrieren und den Vorsitz einer neuen Grundwertekommission übernehmen.
„Ich halte es für richtig, nach der erfolgreichen Gründung des BSW und dem Einzug ins Europaparlament die Verantwortung in neue Hände zu legen“, erklärte Wagenknecht. Die Partei stehe nun vor der Aufgabe, „ihr politisches Profil zu schärfen und langfristig Strukturen zu festigen“.
An die Spitze des BSW rücken künftig die bisherige Co-Vorsitzende Amira Mohamed Ali sowie der Europaabgeordnete Fabio De Masi, die den Parteivorsitz künftig gemeinsam führen werden. Beide gelten als enge Vertraute Wagenknechts und wollen den bisherigen Kurs fortsetzen – mit Fokus auf sozialer Gerechtigkeit, Friedenspolitik und wirtschaftlicher Souveränität.
Mit dem Rückzug Wagenknechts vollzieht die Partei, die erst im Januar 2024 gegründet wurde, einen frühen, aber strategisch wichtigen Wandel. Beobachter sehen darin den Versuch, das BSW organisatorisch zu stabilisieren und personell breiter aufzustellen.
Wagenknecht selbst bleibt das Gesicht und die ideologische Leitfigur des Bündnisses. In der neuen Grundwertekommission will sie nach eigenen Angaben „die programmatische Identität des BSW vertiefen und seine politische Vision festigen“.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht war bei der Europawahl 2024 mit über sechs Prozent überraschend stark gestartet und hat seither in mehreren Bundesländern zweistellige Umfragewerte erreicht. Ihr Rückzug vom Parteivorsitz dürfte daher parteiintern wie außenpolitisch aufmerksam verfolgt werden.