Eine Serie tragischer Unglücke hat die spanische Urlaubsinsel Teneriffa erschüttert: Durch außergewöhnlich starken Wellengang sind innerhalb weniger Stunden drei Menschen ums Leben gekommen und mehrere weitere verletzt worden. Nach Angaben der Rettungsdienste ereigneten sich die Vorfälle an drei verschiedenen Orten der Insel – ein Hinweis darauf, wie unberechenbar und weitreichend die gefährliche Wetterlage derzeit ist.
Im beliebten Surfgebiet El Cabezo im Süden der Insel wurde ein Mann von den meterhohen Wellen erfasst und ins Meer gezogen. Trotz sofortiger Alarmierung der Rettungskräfte konnte er nur noch tot geborgen werden. Ein ähnliches Schicksal ereilte einen weiteren Mann im Norden Teneriffas, in der Gemeinde La Guancha, wo ebenfalls ein Leichnam aus dem Wasser geborgen wurde.
Besonders erschütternd sind die Ereignisse in der Touristenhochburg Puerto de la Cruz, einem der meistbesuchten Orte der Kanaren. Hier wurde eine Gruppe von zehn Personen auf der Promenade von einer gewaltigen Welle überrascht und ins Meer gerissen. Augenzeugen berichten von panikartigen Szenen, Menschen, die sich an Geländern festklammerten, und Rettungskräften, die mit Seilen und Hubschraubern versuchten, die Opfer aus den Fluten zu holen.
Eine Frau erlitt nach ihrer Bergung einen Herzstillstand. Trotz intensiver Reanimationsversuche konnten die Helfer ihr Leben nicht retten. Drei weitere Menschen wurden mit schweren Verletzungen in umliegende Krankenhäuser gebracht, darunter mehrere Touristinnen und Touristen, die sich zur falschen Zeit am Meer aufhielten.
Die kanarische Notrufzentrale 112 sprach von einem der schlimmsten Zwischenfälle dieser Art der letzten Jahre. Aufgrund der heftigen Wellen sei der Einsatz für die Rettungskräfte lebensgefährlich gewesen. Ein Sprecher der Küstenwache erklärte, dass selbst erfahrene Schwimmer in diesen Bedingungen „keine Überlebenschance“ hätten, wenn sie ins offene Meer gerissen werden.
Meteorologen führen die extremen Bedingungen auf ein starkes atlantisches Tiefdrucksystem zurück, das derzeit auf die Kanarischen Inseln trifft. In Kombination mit kräftigen Passatwinden entstehen Wellen von bis zu sechs bis sieben Metern Höhe, die ungebremst auf die Küsten treffen. Besonders gefährlich sind die sogenannten „Rogue Waves“ – unvorhersehbare Riesenwellen, die plötzlich auftreten und selbst stabile Strukturen wie Geländer oder Mauern überwinden können.
Die Behörden haben deshalb den Alarmstatus für Küstengefahren ausgerufen. Mehrere Strände und Promenaden – vor allem im Norden und Westen der Insel – wurden vorsorglich gesperrt. Die Polizei appellierte eindringlich an Einwohner und Touristen, sich von der Brandung fernzuhalten und Warnungen nicht zu ignorieren.
Auch in den sozialen Medien kursieren zahlreiche Videos, die das Ausmaß der Naturgewalt dokumentieren: gewaltige Wellen, die über Strandmauern schlagen, Autos überspülen und ganze Straßenzüge unter Wasser setzen. Besonders in Puerto de la Cruz waren viele Menschen schockiert über die Schnelligkeit, mit der die Flutwellen die Uferpromenade überrollten.
Die Inselregierung der Kanaren sprach den Angehörigen der Opfer ihr tiefes Beileid aus. Präsident Fernando Clavijo erklärte: „Diese Tragödie erinnert uns daran, dass das Meer nicht nur Schönheit, sondern auch enorme Kraft besitzt. Unsere Gedanken sind bei den Familien der Verstorbenen.“
Für die kommenden Tage warnen Meteorologen vor anhaltend hohen Wellen und starken Windböen. Auch Lanzarote, Gran Canaria und La Palma sind betroffen. Urlauber werden gebeten, aktuelle Wetterhinweise zu verfolgen und sich strikt an Sicherheitsanweisungen zu halten.
Was als gewöhnlicher Tag am Meer begann, endete für mehrere Familien in einem Albtraum. Teneriffa, sonst ein Ort des Lichts und der Erholung, wurde an diesem Tag Schauplatz einer Tragödie, die die Inselgemeinschaft tief erschüttert – und ein mahnendes Zeichen dafür ist, die Naturkräfte des Atlantiks niemals zu unterschätzen.