Der einstige Solarboom in Deutschland schwächt sich spürbar ab: Immer weniger Bürgerinnen und Bürger lassen sich eine Photovoltaikanlage auf ihr Hausdach bauen. Nach aktuellen Zahlen ist die Zahl neu installierter Anlagen in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken.
Auch Unternehmen halten sich zunehmend zurück: Auf und an Firmengebäuden wurden im gleichen Zeitraum zwölf Prozent weniger Solaranlagen installiert. Selbst bei den beliebten Balkonkraftwerken, die vor allem von Mieterinnen und Mietern genutzt werden, ist ein Rückgang zu beobachten.
Branchenexperten sehen mehrere Gründe für den Abschwung: gestiegene Zinsen, sinkende Einspeisevergütungen, aber auch Lieferengpässe und bürokratische Hürden. Viele Haushalte hätten ihre Anschaffung außerdem bereits in den vergangenen Boomjahren vorgezogen, als die Energiepreise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine explodierten.
Dennoch bleibt der Trend grundsätzlich positiv: Deutschland verfügt inzwischen über mehr als 3,5 Millionen private Photovoltaikanlagen, die zusammen einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Die Bundesregierung will den Ausbau der Solarenergie weiter beschleunigen – etwa durch einfachere Genehmigungsverfahren, Steuererleichterungen und neue Förderprogramme für Mieterstrom und Balkonkraftwerke.
Ob diese Maßnahmen reichen, um den jüngsten Einbruch zu stoppen, dürfte sich im kommenden Jahr zeigen. Branchenvertreter warnen: „Ohne stabile Rahmenbedingungen droht die Solarkurve weiter nach unten zu zeigen.“