Sie sind majestätisch, scheu und in Mitteleuropa längst zu einer Seltenheit geworden: Elche. Doch immer öfter werden die mächtigen Hirsche auch in Deutschland wieder gesichtet – besonders im Osten.
Seit dem Frühjahr zieht etwa Elchkuh Elwira durch die Wälder Sachsens und sorgt mit gelegentlichen Auftritten in Dörfern und an Waldrändern für Aufsehen. Im Oktober wurde zudem ein weiterer Elch im Leipziger Neuseenland beobachtet. Auch aus Brandenburg, Vorpommern und Thüringen melden Förster und Spaziergänger regelmäßig neue Sichtungen.
Doch so sehr die Tiere auch für Begeisterung sorgen – von einer echten Rückkehr kann noch keine Rede sein. Elch-Experte Michael Striese dämpft die Erwartungen: „In den meisten Fällen handelt es sich um Einzeltiere auf Wanderschaft, die aus Polen oder Tschechien zu uns herüberziehen.“ Dauerhaft ansässig seien sie bislang kaum.
Wie viele Elche sich tatsächlich in Deutschland aufhalten, weiß niemand genau. Laut WWF gibt es keine verlässlichen Zahlen. Die Tiere leben sehr zurückgezogen, meiden Menschen und legen enorme Strecken zurück – manchmal hunderte Kilometer.
Dennoch wächst die Hoffnung, dass sich die größten Vertreter der Hirschfamilie eines Tages wieder dauerhaft in deutschen Wäldern niederlassen. Immerhin bieten Regionen wie die Lausitz oder das Mecklenburgische Seenland mit ihren weiten, feuchten Landschaften ideale Lebensbedingungen.
Für Naturschützer wäre eine Rückkehr des Elchs ein starkes Signal: ein Zeichen dafür, dass sich in Deutschlands Natur wieder Raum für echte Wildnis öffnet.