US-Präsident Donald Trump hat erneut für diplomatische Spannungen gesorgt. Auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social drohte er mit einem Boykott des G20-Gipfels in Johannesburg, der noch in diesem Monat stattfinden soll.
Trump warf der Regierung Südafrikas vor, weiße Farmer würden getötet und ihr Land werde illegal beschlagnahmt. Belege für diese Behauptungen legte er nicht vor. Wörtlich schrieb Trump:
„Solange diese Menschenrechtsverletzungen andauern, wird kein Vertreter der US-Regierung teilnehmen.“
Trump sagte Teilnahme bereits zuvor ab
Bereits Anfang September hatte der US-Präsident seine persönliche Teilnahme am G20-Gipfel abgesagt. Stattdessen sollte Vizepräsident JD Vance die Vereinigten Staaten vertreten. Nach den neuen Äußerungen ist nun unklar, ob die US-Regierung überhaupt Vertreter nach Johannesburg entsenden wird.
Heftige Reaktionen aus Südafrika
In Südafrika sorgten Trumps Aussagen für Empörung. Vertreter der Regierungspartei ANC bezeichneten die Äußerungen als „haltlos und gefährlich“. Ein Sprecher des südafrikanischen Außenministeriums erklärte, die Vorwürfe seien „alte und widerlegte Propagandamythen“, die schon früher von rechten Gruppierungen in den USA verbreitet worden seien.
Die südafrikanische Regierung betonte, dass Landreformen weiterhin gesetzlich geregelt seien und es keine gezielten Angriffe auf weiße Farmer gebe. Zwar kommt es in ländlichen Regionen immer wieder zu Gewaltverbrechen, diese beträfen jedoch Menschen aller Bevölkerungsgruppen.
Mögliche diplomatische Folgen
Sollte Trump seine Drohung wahr machen und die USA tatsächlich dem G20-Gipfel fernbleiben, wäre das ein beispielloser diplomatischer Schritt. Der G20-Gipfel gilt als zentrales Forum der internationalen Wirtschaftspolitik – ein Fernbleiben der USA würde ein starkes politisches Signal senden.
Analysten warnen, dass ein solcher Boykott die internationale Zusammenarbeit weiter erschweren und das Verhältnis der USA zu Schwellenländern wie Südafrika, Indien oder Brasilien nachhaltig belasten könnte.
Politisches Kalkül vor den US-Wahlen
Beobachter vermuten hinter Trumps Drohung vor allem innenpolitische Motive. Der US-Präsident befindet sich mitten im Wahlkampf für seine zweite Amtszeit und setzt erneut auf polarisierende Themen. Seine jüngsten Äußerungen dürften vor allem bei rechtskonservativen Wählergruppen in den USA Zustimmung finden, die seit Jahren von einer angeblichen „Verfolgung weißer Farmer“ in Südafrika sprechen.
Fazit
Mit seiner Drohung, den G20-Gipfel in Johannesburg zu boykottieren, verschärft Donald Trump einmal mehr die politische Rhetorik auf internationaler Bühne. Ob es tatsächlich zum US-Boykott kommt, bleibt offen – sicher ist jedoch, dass die jüngsten Aussagen das Verhältnis zwischen Washington und Pretoria weiter belasten.