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Billig wie nie – und teuer für die Bauern: Milchviehhalter warnen vor massiven Betriebsschließungen
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Billig wie nie – und teuer für die Bauern: Milchviehhalter warnen vor massiven Betriebsschließungen

congerdesign (CC0), Pixabay

Butter ist wieder günstig – zu günstig, sagen die, die sie produzieren.
Angesichts der stark gesunkenen Preise für Milchprodukte schlagen deutsche Milchviehhalter Alarm. Der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Karsten Hansen, warnt vor gravierenden Folgen bis hin zu Betriebsschließungen.

Während Verbraucher sich über niedrige Preise freuen, stehen viele Landwirte mit dem Rücken zur Wand. „Auch wenn durch günstigere Preise mehr gekauft wird, machen die Betriebe Verluste“, sagte Hansen. Der Grund: Die Produktionskosten liegen deutlich über den derzeitigen Verkaufspreisen.

Butter so billig wie lange nicht

Ein Symbol für die Krise ist die Butter.
Ein 250-Gramm-Päckchen kostet in Supermärkten und Discountern derzeit 1,39 Euro – so wenig wie seit Jahren nicht mehr. Für die Verbraucher mag das ein Grund zur Freude sein, doch für die Erzeuger bedeutet es, dass sie unter ihren Kosten verkaufen müssen.

Denn während die Preise für Energie, Futter und Transport weiter hoch bleiben, ist der Milchpreis an die Molkereien stark gefallen. Nach Angaben des Verbandes liegt der Auszahlungspreis vielerorts unter 40 Cent pro Liter Milch – ein Niveau, das für zahlreiche Betriebe wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist.

Zwischen Preisdruck und Existenzangst

Die Ursache liegt laut Branchenkennern im starken Wettbewerb des Lebensmitteleinzelhandels. Discounter und Supermarktketten drängen auf niedrige Einkaufspreise, um sich gegenseitig im Preiskampf zu unterbieten.
„Die Molkereien geben diesen Druck nach unten weiter – und am Ende bleibt er bei den Landwirten hängen“, so Hansen.

Viele Höfe, insbesondere kleinere Familienbetriebe, stehen damit vor einer unmöglichen Rechnung: Die Produktionskosten steigen, die Erlöse sinken, und staatliche Hilfen laufen aus.

Schon jetzt, warnen Fachleute, denken zahlreiche Milchviehhalter über eine Aufgabe ihres Betriebs nach. Jede Aufgabe aber bedeutet weniger regionale Produktion, mehr Abhängigkeit von Importen – und langfristig höhere Preise für alle.

Ein Kreislauf mit Folgen

Ökonomen und Branchenvertreter sprechen von einem gefährlichen Kreislauf:
Sinkende Preise sorgen kurzfristig für volle Einkaufswagen, zerstören aber langfristig die Produktionsbasis. Denn wenn immer mehr Höfe aufgeben, verknappt sich das Angebot – und die Preise könnten in Zukunft sprunghaft steigen.

Darauf deutet auch die Entwicklung der vergangenen Jahre hin: Nach Phasen extremer Preisrückgänge folgten immer wieder Preisschocks, die schließlich auch die Verbraucher trafen.

„Billig ist nicht nachhaltig“

Verbraucherschützer und Agrarverbände fordern daher ein Umdenken im Lebensmittelhandel.
„Billig ist nicht nachhaltig“, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme des BDM. Wer Qualität und Versorgungssicherheit wolle, müsse faire Erzeugerpreise akzeptieren.

Hansen appellierte an Politik und Handel, gemeinsam Strategien gegen den Preisdruck zu entwickeln:

„Milch ist kein Ramschprodukt. Wenn wir so weitermachen, stehen in wenigen Jahren viele Ställe leer.“

Fazit: Wenn Butter zum Warnsignal wird

Was für die Kunden im Supermarkt wie ein gutes Angebot aussieht, ist für viele Landwirte ein Alarmzeichen.
Der niedrige Butterpreis zeigt, wie empfindlich das Gleichgewicht zwischen Markt, Kosten und Existenz geworden ist.

Ob Deutschland auch in Zukunft noch eigene Milchproduktion in der Fläche halten kann, hängt nicht nur von den Kühen ab – sondern davon, wie viel uns ihre Arbeit wert ist.

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