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Neue Impfempfehlung: Stiko rät Jugendlichen zur Meningokokken-Impfung – Schutz vor gefährlicher Hirnhautentzündung

whitesession (CC0), Pixabay

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt ab sofort, dass auch Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren gegen Meningokokken geimpft werden. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin mit.

Mit der neuen Empfehlung reagiert die Stiko auf Erkenntnisse, dass Jugendliche in diesem Alter zu den besonders gefährdeten Gruppen gehören – sowohl für eine eigene Erkrankung als auch für die Weiterverbreitung der Bakterien. Ziel ist es, den individuellen Schutz zu erhöhen und gleichzeitig die Verbreitung in der Bevölkerung langfristig einzudämmen.

Was sind Meningokokken?

Meningokokken sind Bakterien (Neisseria meningitidis), die sich im Nasen-Rachen-Raum ansiedeln und meist durch Tröpfcheninfektion übertragen werden – etwa beim Husten, Niesen oder engem Kontakt.

In den meisten Fällen bleibt die Infektion harmlos. Doch in seltenen Fällen können die Erreger in den Blutkreislauf oder ins Gehirn eindringen und dort lebensgefährliche Erkrankungen verursachen – insbesondere:

  • Hirnhautentzündung (Meningitis)

  • Blutvergiftung (Sepsis)

Beide Krankheitsbilder verlaufen häufig dramatisch und plötzlich, manchmal mit bleibenden Schäden oder Todesfolge.

Warum gerade 12- bis 14-Jährige?

Nach Angaben des RKI treten Meningokokken-Erkrankungen besonders häufig bei Kleinkindern und Jugendlichen auf. In der Altersgruppe der 12- bis 14-Jährigen steige das Risiko vor allem durch enge soziale Kontakte, etwa in Schulen, Jugendgruppen oder Sportvereinen.

Gleichzeitig spielt diese Altersgruppe eine wichtige Rolle bei der Übertragung der Bakterien: Viele Jugendliche tragen Meningokokken, ohne selbst zu erkranken – und geben sie unbemerkt weiter.

Mit der Impfung soll daher nicht nur die eigene Gesundheit geschützt, sondern auch ein gemeinschaftlicher Schutz (Herdenimmunität) aufgebaut werden.

Die Impfung im Überblick

Empfohlen wird eine einmalige Impfung mit einem konjugierten Vierfachimpfstoff (ACWY), der gegen mehrere Serogruppen von Meningokokken schützt.
Kinder, die bereits früher gegen Meningokokken der Gruppe C geimpft wurden, sollen nun zusätzlich den erweiterten Impfschutz erhalten.

Die Kosten der Impfung werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Eltern können sich dazu bei Kinderärzten oder Hausärzten beraten lassen.

Hintergrund: Keine Entwarnung trotz seltener Fälle

In Deutschland werden laut RKI jährlich rund 200 bis 300 Meningokokken-Fälle gemeldet – dank früherer Impfprogramme und besserer Behandlungsmöglichkeiten deutlich weniger als früher.

Doch die Erkrankung bleibt eine der gefährlichsten bakteriellen Infektionen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Die Sterblichkeitsrate liegt bei etwa 10 Prozent, und viele Überlebende leiden unter Folgeschäden wie Hörverlust, neurologischen Problemen oder Amputationen.

Fazit: Kleine Spritze, großer Schutz

Mit der neuen Empfehlung will die Stiko verhindern, dass Meningokokken weiterhin still durch die Bevölkerung zirkulieren.
Die Impfung soll nicht nur Kinder schützen, sondern auch die Weitergabe der Bakterien bremsen – und so langfristig Ausbrüche verhindern.

Eltern wird geraten, sich über den Impfstatus ihrer Kinder zu informieren und gegebenenfalls den Arztbesuch zeitnah einzuplanen.

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