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„Schnäppchen mit Risiko: Stiftung Warentest deckt massive Sicherheitsverstöße bei Temu und Shein auf“

geralt (CC0), Pixabay

Was als vermeintliches Schnäppchen beginnt, kann gefährlich enden: Eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest hat ergeben, dass zwei Drittel der auf Temu und Shein getesteten Produkte gegen EU-Sicherheitsstandards verstoßen.
Von 162 getesteten Artikeln fielen 110 durch – darunter Kinderspielzeug, Schmuck und USB-Ladegeräte, die teilweise massiv gesundheitsgefährdend sind.

Die Tester fanden krebserregende Schwermetalle, reizende Chemikalien und überhitzte Elektronik – Produkte, die in Europa so gar nicht hätten verkauft werden dürfen.

Cadmium-Schock: Schmuck überschreitet Grenzwerte um das 8500-Fache

Besonders alarmierend sind die Ergebnisse bei Schmuckartikeln von Shein.
Zwei Halsketten enthielten mehr als 85 Prozent Cadmium, ein hochgiftiges Schwermetall, das Knochen- und Nierenschäden verursachen und als krebserregend gilt.
Zum Vergleich: In der EU liegt der erlaubte Höchstwert bei 0,01 Prozent – die Proben lagen also 8500-mal über dem Grenzwert.

„Diese Ketten sind potenziell gefährlich und gehören auf keinen Fall getragen – und auch nicht in den Hausmüll“, warnt Dr. Florian Ostermann von der Stiftung Warentest. „Giftige Schadstoffe müssen zu einer Schadstoffsammelstelle gebracht werden.“

Babyspielzeug mit Schadstoffen – und gefährlich laut

Auch bei Produkten für Kinder sieht das Ergebnis verheerend aus.
Bunte Baby-Stofftücher enthielten zu hohe Mengen an Formaldehyd, einer Substanz, die Kontaktallergien und Atemwegsreizungen auslösen kann.
Quietschbälle überschritten die zulässige Lautstärkegrenze und können so das Gehör von Babys und Kleinkindern schädigen.

Hinzu kamen zahlreiche fehlende oder fehlerhafte Warnhinweise – ein klarer Verstoß gegen EU-Vorgaben.

Brandgefahr durch USB-Ladegeräte

Auch bei den getesteten USB-Ladegeräten zeigte sich ein besorgniserregendes Bild:
Fast alle Modelle erreichten beim Laden Temperaturen von bis zu 88 Grad Celsiusdeutlich über dem EU-Grenzwert von 77 Grad.

Diese Überhitzung kann nicht nur das Gerät beschädigen, sondern auch Kunststoffgehäuse schmelzen lassen oder im schlimmsten Fall Brände auslösen.

„Diese Ladegeräte sind kein Stromschnäppchen, sondern ein Sicherheitsrisiko“, so Ostermann.

Schnäppchen um jeden Preis – auf Kosten der Sicherheit

Die Ergebnisse werfen ein Schlaglicht auf ein grundlegendes Problem im globalen Onlinehandel.
Plattformen wie Temu und Shein verkaufen Produkte von Drittanbietern aus China, die nicht zwingend den EU-Vorgaben entsprechen. Viele dieser Produkte umgehen Prüfverfahren und gelangen direkt zu europäischen Kunden – oft ohne Kontrolle durch Zoll oder Marktaufsicht.

Die Stiftung Warentest fordert deshalb striktere Kontrollen und klare Haftungsregeln für Plattformen, die in der EU aktiv sind.

„Wer in Europa verkauft, muss sich an europäische Sicherheitsregeln halten – egal, wo der Server steht oder das Lager liegt“, betont Ostermann.

Verbrauchertipp: Vorsicht bei vermeintlichen Online-Schnäppchen

Verbraucherschützer raten, Produkte aus Billigshops kritisch zu prüfen – insbesondere dann, wenn der Preis auffällig niedrig ist oder Angaben zu Hersteller, CE-Kennzeichnung oder Material fehlen.

Auch wenn viele Artikel auf Temu und Shein optisch hochwertig wirken, zeigen die Ergebnisse, dass Sicherheit oft auf der Strecke bleibt.

Fazit: Günstig ist nicht immer gut – und manchmal schlicht gefährlich.

Die vollständige Warnliste der Stiftung Warentest mit den auffälligsten Produkten ist online abrufbar und soll Verbrauchern helfen, riskante Artikel zu erkennen und zu meiden.

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