In einem Schritt, der weltweit für Aufsehen sorgt, hat US-Präsident Donald Trump den Gründer der Kryptobörse Binance, Changpeng Zhao (CZ), offiziell begnadigt. Zhao war im Jahr 2023 wegen Verstößen gegen US-Geldwäschegesetze verurteilt worden und hatte eine viermonatige Haftstrafe verbüßt. Nun bezeichnet das Weiße Haus den Fall rückblickend als „politisch motiviert“.
Trump stellt sich auf die Seite der Krypto-Community
Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, Zhao sei „Opfer eines politisch geführten Krieges gegen Kryptowährungen unter der Biden-Regierung“ gewesen. Der damalige Prozess gegen Binance und seinen Gründer sei Teil einer „ideologischen Kampagne gegen finanzielle Innovation und Freiheit“ gewesen.
Mit der Begnadigung wolle Trump „ein Zeichen für Unternehmergeist und wirtschaftliche Freiheit“ setzen. Sie passt in seine jüngste Strategie, die Kryptoindustrie als Kern zukünftiger US-Finanzpolitik zu positionieren – ganz im Gegensatz zur eher restriktiven Haltung seines Vorgängers Joe Biden.
Hintergrund: Milliardenstrafen und Geldwäsche-Vorwürfe
Binance, einst die größte Kryptobörse der Welt, hatte sich Ende 2023 schuldig bekannt, gegen Geldwäschevorschriften und Sanktionen verstoßen zu haben. Das Unternehmen zahlte damals über 4 Milliarden US-Dollar Strafe, während Zhao persönlich 50 Millionen Dollar aufbringen musste.
Er trat als CEO zurück und verbüßte seine Haftstrafe bis September 2024 – ein symbolischer Tiefpunkt in der Geschichte der globalen Kryptoindustrie.
Krypto-Community jubelt, Kritiker warnen
Die Begnadigung löste in den sozialen Medien eine Welle der Begeisterung in der Krypto-Szene aus. Auf X (ehemals Twitter) kursierten Hashtags wie #FreeCZ und #CryptoWins. Viele sehen in Trumps Entscheidung ein Signal für eine „neue Ära der unternehmerischen Freiheit“ in den USA.
Kritiker hingegen werfen Trump vor, den Kampf gegen Finanzkriminalität zu untergraben. Die ehemalige US-Finanzministerin Janet Yellen bezeichnete den Schritt als „gefährlichen Präzedenzfall“, der Vertrauen in die Rechtsprechung schwäche.
Symbolische Geste mit politischer Botschaft
Mit dieser Begnadigung macht Trump deutlich, dass er Krypto nicht als Bedrohung, sondern als Chance sieht – und sich damit von der bisherigen US-Regulierungspolitik abgrenzt.
Beobachter sehen in dem Schritt auch ein Wahlkampfmanöver: Trump versucht, sich als Held der digitalen Finanzrevolution zu inszenieren und Millionen Krypto-Investoren in den USA hinter sich zu vereinen.