Der Fürst Fugger Privatbank Wachstum präsentiert sich im geprüften Jahresbericht zum 30. Juni 2025 als breit diversifizierter, aktiv gemanagter OGAW-Mischfonds, dessen Strategie auf langfristig angemessene Renditen bei kontrolliertem Risiko abzielt. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds konnte der Fonds im Berichtszeitraum eine Wertentwicklung von +2,79 % erzielen (BVI-Methode, ohne Ausgabeaufschlag).
1. Strategische Ausrichtung
Der Fonds verfolgt eine flexible Allokationsstrategie ohne Benchmark-Bindung. Er investiert weltweit in Aktien- und Rentenfonds, ergänzt durch alternative Strategien. Zum Stichtag waren etwa 55 % in Aktienfonds und rund 45 % in Renten- und alternativen Anlagen investiert. Diese aktive, indexunabhängige Steuerung erlaubt eine schnelle Reaktion auf Marktveränderungen – ein Vorteil in volatilen Phasen, birgt aber auch das Risiko von Fehlentscheidungen des Managements.
2. Marktumfeld und Performance-Treiber
Das Geschäftsjahr 2024/25 war geprägt von hoher geopolitischer und wirtschaftspolitischer Unsicherheit – Zinssenkungen in den USA und Europa, handelspolitische Spannungen unter US-Präsident Trump und ein starker US-Dollar dominierten das Geschehen.
Der Fonds profitierte insbesondere von:
einer Übergewichtung europäischer Aktien im späteren Jahresverlauf,
positiven Beiträgen asiatischer und Emerging-Markets-Investments,
sowie robusten Rentenfonds in Euro.
Negativ wirkten sich dagegen Nebenwerte-Fonds mit USA-Fokus und USD-Anlagen aufgrund der Dollarabwertung aus.
3. Portfoliostruktur und Risikoprofil
Das Fondsvermögen betrug zum Bilanzstichtag 379,2 Mio. €, mit einem Anteilwert von 122,35 €.
Die größten Positionen waren u. a.:
Man Euro Corporate Bond Fund (4,77 %)
Robeco BP Global Premium Equities (4,43 %)
Empureon Volatility One Fund (4,29 %)
Die breite Streuung über rund 40 Zielfonds reduziert Klumpenrisiken, wobei die Value-at-Risk-Auslastung mit durchschnittlich 69,6 % eine moderate Risikoneigung belegt. Der Hebel lag bei 100 %, Derivate wurden nicht eingesetzt – der Fonds bleibt also konservativ im Risikomanagement.
4. Ertrags- und Aufwandslage
Trotz ordentlicher Erträge aus Zinsen und Investmentanteilen (ca. 1,15 Mio. €) wurde ein negativer ordentlicher Nettoertrag von –5,52 Mio. € verzeichnet, bedingt durch hohe Verwaltungs- und Managementgebühren (insgesamt über 6 Mio. €). Das Jahresergebnis war dennoch positiv (+10,5 Mio. €) – dank nicht realisierter Gewinne aus Kurssteigerungen (18,2 Mio. €). Die Performance wurde also überwiegend durch Bewertungsgewinne getragen, nicht durch operative Erträge.
5. Bewertung aus Anlegersicht
Stärken:
Breite Diversifikation über Anlageklassen, Regionen und Fondsmanager.
Solide, risikobewusste Steuerung mit aktiver Anpassung an Markttrends.
Stabilität durch Fokus auf Euro-gesicherte Rentenpositionen.
Schwächen:
Relativ hohe Kostenbelastung, die den Ertrag schmälert.
Moderate Wertentwicklung im Vergleich zu dynamischeren Multi-Asset-Fonds.
Abhängigkeit von der Qualität der Zielfondsmanager.
6. Fazit
Der Fonds ist für sicherheitsorientierte Anleger geeignet, die eine kontrollierte, aktiv verwaltete Wachstumsstrategie suchen und kurzfristige Schwankungen akzeptieren können. Die defensive Grundhaltung und breite Risikostreuung machen ihn zu einer stabilen Beimischung in einem diversifizierten Portfolio.
Für Anleger mit höherem Renditeanspruch könnte die Strategie jedoch zu konservativ sein – insbesondere angesichts der hohen Verwaltungsgebühren und der geringen Outperformance gegenüber dem Marktumfeld.