Deutschland steht ein heftiger Herbststurm bevor: Das Sturmtief „Joshua“ zieht am heutigen Donnerstag über das Land und wird vor allem den Norden Deutschlands mit voller Wucht treffen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor schweren Sturmböen, an der Nordsee sogar vor Orkanböen – mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde.
Küstenregionen besonders betroffen
Meteorologe Karsten Kürbis vom DWD spricht von einem „markanten Wetterumschwung“: Neben kräftigem Wind werden auch Schauer, Gewitter und Regenfronten erwartet. Besonders betroffen seien die Küstenregionen von Ostfriesland über die Elbmündung und Dithmarschen bis nach Sankt Peter-Ording.
„An der Nordsee drohen orkanartige Böen, die lokal sogar die 120-km/h-Marke überschreiten könnten“, warnt Kürbis. Die Nordfriesischen Inseln, darunter Amrum und Föhr, liegen direkt im Zug des Sturmtiefs – lediglich Sylt könnte dieses Mal etwas glimpflicher davonkommen.
Orkanböen in Schleswig-Holstein – Sturmflut in Hamburg möglich
Nach Berechnungen des Kieler Meteorologen Sebastian Wache (Wetterwelt) wird der Sturm seinen Höhepunkt in der Nacht zu Freitag erreichen.
In Schleswig-Holstein werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h an der Westküste und bis zu 110 km/h an der Ostküste erwartet.
Gleichzeitig steigt an der Nordseeküste die Gefahr einer Sturmflut. Für Hamburg prognostiziert der DWD in der Nacht zum Freitag Wasserstände von bis zu zwei Metern über dem mittleren Hochwasser.
Anwohnerinnen und Anwohner werden gewarnt, ihre Fahrzeuge nicht in der Nähe des Fischmarkts oder in tidegefährdeten Gebieten zu parken.
Binnenland bleibt nicht verschont
Zwar nimmt die Windstärke mit jedem Kilometer landeinwärts ab, dennoch wird auch das Binnenland von stürmischen Böen getroffen. In Teilen Niedersachsens, Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs ist mit Windgeschwindigkeiten zwischen 70 und 90 km/h zu rechnen.
Der Sturm könnte dort Bäume entwurzeln, Dächer beschädigen und Verkehrsbehinderungen verursachen. Bahn- und Fährverbindungen an der Nordseeküste könnten zeitweise eingestellt werden.
Unterschiedliche Auswirkungen an Nord- und Ostsee
Während an der Nordsee Sturmfluten drohen, erwarten Meteorologen an der Ostsee das Gegenteil: Niedrigwasser. Der Wind drückt dort das Wasser in Richtung Osten, wodurch die Pegelstände deutlich sinken können.
Entspannung ab Sonntag erwartet
Nach dem Höhepunkt in der Nacht zu Freitag soll der Wind zum Wochenende allmählich nachlassen. Am Sonntag wird laut DWD eine Winddrehung von Südwest auf Nordwest erwartet – dann beruhigt sich die Wetterlage wieder etwas.
Doch bevor es soweit ist, gilt im Norden: Fenster schließen, Gartenmöbel sichern und möglichst zu Hause bleiben.
Denn Sturm „Joshua“ zeigt, dass der Herbst in Deutschland mit voller Kraft angekommen ist.