Ein schweres Gewaltverbrechen hat am Mittwochabend Hannover erschüttert: Auf der Vahrenwalder Straße im Stadtteil Vahrenwald fielen gegen 18.25 Uhr mehrere Schüsse – mit tödlichen Folgen.
Ein 27-jähriger Mann kam ums Leben, mehrere weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, darunter Spezialeinheiten und ein Hubschrauber.
Bewaffnete Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Gruppen
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehreren Gruppen, die offenbar in Streit geraten waren.
Was genau den Streit auslöste, ist bislang unklar – fest steht jedoch, dass die Situation auf der belebten Vahrenwalder Straße eskalierte. Zeugen berichteten von mehreren Schüssen, die plötzlich fielen, und von Panik unter Passanten.
Kurz darauf trafen Rettungswagen, Notärzte und schwer bewaffnete Polizeikräfte am Tatort ein. Ein Mann erlag noch vor Ort seinen Verletzungen, mehrere andere wurden in Krankenhäuser gebracht. Angaben zu Zahl und Zustand der Verletzten machte die Polizei zunächst nicht.
Tatverdächtiger festgenommen – Fahndung nach weiteren Beteiligten
In unmittelbarer Nähe des Tatorts konnte die Polizei eine verdächtige Person festnehmen.
Ob diese direkt an der Schießerei beteiligt war, wird derzeit geprüft. Nach weiteren mutmaßlichen Tätern wird gefahndet. Wie viele Verdächtige noch auf der Flucht sind, bleibt offen.
Die Polizei rief Zeugen dazu auf, Hinweise unter der Telefonnummer (0511) 109 55 55 zu melden.
Tatort weiträumig abgesperrt – Spurensicherung läuft
Die Ermittler sperrten den Bereich zwischen Niedersachsenring und Großer Kolonnenweg in beide Richtungen ab.
Kriminaltechniker in weißen Schutzanzügen sicherten Spuren, während bewaffnete Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen die Umgebung durchsuchten.
Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Stadtteil, Spürhunde kamen zum Einsatz. Auch ein beschädigtes Fahrzeug wurde von den Ermittlern abgeschleppt – es könnte mit der Tat in Zusammenhang stehen.
Verletzter am Hauptbahnhof entdeckt
Für zusätzliche Rätsel sorgte ein weiterer Vorfall: Etwa vier Kilometer entfernt, in der Nähe des Hauptbahnhofs, entdeckte die Polizei am Abend eine weitere verletzte Person.
Ob sie im Zusammenhang mit der Schießerei in Vahrenwald steht, wird derzeit geprüft. Ein Fahrzeug mit eingeschlagener Heckscheibe wurde ebenfalls sichergestellt.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Staatsanwaltschaft und der Kriminaldauerdienst haben die Ermittlungen übernommen. Die Leiche des 27-Jährigen soll noch am Donnerstag obduziert werden, um weitere Hinweise auf die Todesursache und den Tathergang zu erhalten.
Noch ist unklar, ob es sich bei der Schießerei um einen Bandenstreit, einen Racheakt oder einen zufälligen Konflikt handelt. Die Polizei betont, man gehe allen Spuren konsequent nach.
Ein Stadtteil unter Schock
Vahrenwald gilt als lebendiger, aber normalerweise ruhiger Stadtteil.
Viele Anwohnerinnen und Anwohner zeigten sich am Abend fassungslos über die brutale Tat. „Ich habe nur Schüsse gehört, dann sind Menschen gerannt und es war überall Polizei“, sagte ein Augenzeuge gegenüber dem NDR.
Während die Spurensicherung weiterläuft, bleibt der Tatort abgesperrt. Hannover erlebt einen weiteren Abend, an dem sich die Stadt fragt:
Wie konnte dieser Streit so eskalieren?