Immer häufiger werden Bürgerinnen und Bürger in Deutschland Opfer einer perfiden neuen Betrugsmasche: Kriminelle verschicken gefälschte Bußgeldrechnungen, in denen sie die Empfänger auffordern, angebliche Strafzahlungen für falsch geparkte Fahrzeuge zu begleichen. Aktuell warnen insbesondere die Stadtverwaltungen von Eisenberg (Saale-Holzland-Kreis) und Ebeleben (Kyffhäuserkreis) vor diesen betrügerischen E-Mails – doch die Masche greift bereits in mehreren Bundesländern um sich.
Täuschend echte Inkasso-Schreiben im Umlauf
Die gefälschten Schreiben stammen angeblich von einer Inkassofirma, die im Auftrag der Städte offene Bußgelder einziehen soll. In den E-Mails werden die Empfänger aufgefordert, eine bestimmte Geldsumme zu überweisen – meist mit dem Hinweis, dass sich das Bußgeld bei sofortiger Zahlung reduziere. Damit wollen die Täter Druck aufbauen und die Opfer zu vorschnellen Überweisungen bewegen.
Besonders tückisch: Die Mails sind professionell gestaltet, häufig mit realen Logos und Absenderdaten versehen. Dadurch wirken sie auf den ersten Blick glaubwürdig. Die Stadt Eisenberg betont jedoch ausdrücklich, dass sie keine Inkassofirmen mit dem Einzug von Bußgeldern beauftragt. Wer eine solche Mail erhält, sollte sie ignorieren, nicht bezahlen und keine Links oder Anhänge öffnen.
Ebeleben warnt ebenfalls – Inkassofirma offenbar selbst Opfer von Identitätsmissbrauch
Auch die Stadtverwaltung Ebeleben im Kyffhäuserkreis hat ähnliche Fälle gemeldet. Dort geben sich die Betrüger als Vertreter einer tatsächlich existierenden Inkassofirma aus, die laut den Behörden jedoch nichts mit den E-Mails zu tun hat. Es handelt sich also nicht nur um einen Betrug, sondern zugleich um Identitätsmissbrauch gegenüber dem betroffenen Unternehmen.
Die Stadt Ebeleben stellt klar: „Wir arbeiten mit keinem externen Inkassounternehmen zusammen, um Bußgelder einzutreiben.“ Betroffene werden gebeten, solche Mails sofort zu löschen und sich im Zweifelsfall direkt bei der Stadtverwaltung oder Polizei zu melden.
Betrugswarnungen in weiteren Bundesländern
Inzwischen melden auch andere Regionen, darunter Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen, vermehrt ähnliche Fälle. Überall folgt das gleiche Muster: Die Täter verschicken Mails mit offiziellen Bezeichnungen, fordern schnelle Zahlung und drohen mit Mahngebühren oder gerichtlichen Schritten.
Die Polizei warnt, dass solche Mails keinesfalls beantwortet werden sollten. Stattdessen sei es ratsam, sich bei offiziellen Behörden zu erkundigen, wenn Unsicherheiten bestehen. Echte Bußgeldbescheide werden grundsätzlich per Post zugestellt – nicht per E-Mail oder Messenger-Dienst.
Betrug per Internet nimmt weiter zu
Laut den Polizeibehörden ist die Zahl der Online-Betrugsfälle in Thüringen und anderen Bundesländern im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Besonders häufig werden Schockanrufe, falsche Gewinnversprechen oder betrügerische Online-Plattformen genutzt, um Menschen zur Herausgabe von Geld oder Daten zu bewegen. Insgesamt erbeuteten Betrüger allein in Thüringen mehr als 4,9 Millionen Euro.
So schützen Sie sich vor falschen Bußgeld-Mails
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Keine Zahlungen leisten, ohne die Echtheit des Schreibens zu prüfen.
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Keine Links oder Anhänge öffnen – sie können Schadsoftware enthalten.
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Absenderadresse prüfen: Echte Behörden nutzen keine kostenlosen Mailanbieter wie Gmail oder Outlook.
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Im Zweifel die zuständige Stadtverwaltung oder Polizei kontaktieren.
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Verdächtige Mails an die Verbraucherzentrale oder die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) weiterleiten.
Fazit:
Die neue Masche mit gefälschten Bußgeldforderungen zeigt einmal mehr, wie raffiniert Cyberkriminelle vorgehen. Sie nutzen das Vertrauen in Behörden, um Menschen zu täuschen und finanziell zu schädigen. Die wichtigste Regel lautet daher: Misstrauen ist der beste Schutz. Wer Zweifel hat, sollte sich stets direkt an die Stadt oder Polizei wenden – und niemals vorschnell zahlen.