Die Zahl der Menschen, die Tabak konsumieren, ist weltweit weiter gesunken. Das geht aus aktuellen Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor. Demnach griffen im vergangenen Jahr rund 1,2 Milliarden Menschen regelmäßig zu Tabakprodukten – deutlich weniger als im Jahr 2000, als noch etwa 1,38 Milliarden Menschen rauchten.
Trotz des Rückgangs bleibt Tabakkonsum ein globales Gesundheitsproblem: Noch immer ist laut WHO etwa jeder fünfte Erwachsene weltweit tabakabhängig. Besonders in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen sei der Anteil der Raucherinnen und Raucher weiterhin hoch.
Fortschritte durch Aufklärung und Politikmaßnahmen
Die WHO führt den Rückgang vor allem auf strengere Gesetze, höhere Steuern und eine verstärkte Aufklärung über Gesundheitsrisiken zurück. In vielen Staaten seien Werbeverbote, Rauchverbote in öffentlichen Räumen und deutlich sichtbare Warnhinweise auf Zigarettenpackungen eingeführt worden. Diese Maßnahmen hätten Millionen Menschen vom Rauchen abgehalten oder beim Aufhören unterstützt.
Warnung vor neuen Produkten
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte jedoch, die Tabakindustrie verlagere ihre Strategien zunehmend auf neue Produkte wie E-Zigaretten oder erhitzte Tabaksysteme. Diese würden häufig als „gesündere“ Alternativen vermarktet, seien aber ebenfalls gesundheitsschädlich und führten Jugendliche gezielt an den Konsum heran.
„Die Industrie versucht, mit neuen Produkten den Markt zu halten – und richtet sich dabei besonders an junge Menschen“, sagte Tedros. „Regierungen müssen rasch handeln, um eine neue Generation von Nikotinabhängigen zu verhindern.“
Ziel: Tabakfreie Generation
Die WHO fordert strengere Regulierungen für E-Zigaretten, darunter Werbeverbote, Altersbeschränkungen und höhere Steuern. Gleichzeitig ruft sie die Mitgliedsstaaten dazu auf, den Zugang zu Raucherentwöhnungsprogrammen zu erleichtern.
Langfristig strebt die Organisation an, dass bis 2030 der Anteil der Tabakkonsumenten weltweit unter 15 Prozent sinkt. Nach Schätzungen sterben jedes Jahr rund 8 Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums – darunter etwa 1,3 Millionen durch Passivrauchen.