In Deutschland zeigt sich erneut ein wachsendes Problem mit Jodmangel. Nach aktuellen Erhebungen von Ernährungsforschern liegt die Jodversorgung vieler Menschen wieder unter dem empfohlenen Niveau. Fachleute warnen vor den gesundheitlichen Folgen – insbesondere für Kinder, Schwangere und stillende Frauen.
Sinkender Jodgehalt in Lebensmitteln
Ein Hauptgrund für den Rückgang liegt nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) im geringeren Einsatz von jodiertem Speisesalz in privaten Haushalten und der Lebensmittelindustrie. Auch die Zahl der Betriebe, die Jodsalz in verarbeiteten Produkten verwenden, ist zuletzt deutlich gesunken. Zudem enthalten pflanzliche und tierische Lebensmittel heute weniger Jod als früher, da auch die Tierfütterung oft ohne jodiertes Futter erfolgt.
Gesundheitliche Risiken
Ein Mangel an Jod kann schwerwiegende Folgen haben: Er beeinträchtigt die Funktion der Schilddrüse, die auf das Spurenelement angewiesen ist, um lebenswichtige Hormone zu bilden. Langfristig kann ein Mangel zu Schilddrüsenvergrößerungen (Kropf), Leistungsabfall und Entwicklungsstörungen bei Kindern führen.
Experten fordern Gegenmaßnahmen
Ernährungswissenschaftler fordern daher, die Jodversorgung wieder stärker in den Fokus der Gesundheitspolitik zu rücken. Dazu gehöre eine klare Kennzeichnungspflicht für jodiertes Salz sowie verstärkte Aufklärung in Schulen und Arztpraxen.
Das BfR rät Verbraucherinnen und Verbrauchern, beim Einkauf bewusst auf jodiertes Speisesalz und verarbeitete Produkte mit Jodzusatz zu achten. Auch der regelmäßige Konsum von Seefisch, Milch und Eiern könne helfen, den Bedarf zu decken.