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Mindestens 25 Tote nach Alkoholvergiftung bei St. Petersburg

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay

In der Region um St. Petersburg sind mindestens 25 Menschen nach dem Konsum von gepanschtem Alkohol gestorben. Das bestätigte die russische Polizei am Dienstag. Die Ermittler gehen davon aus, dass der verunreinigte Schnaps oder Likör über den gesamten Monat September hinweg in Umlauf gebracht wurde.

Polizei entdeckt mutmaßliche Quelle

Nach intensiven Ermittlungen sei nun die Firma gefunden worden, die den giftigen Alkohol offenbar hergestellt und verkauft habe, teilte eine Sprecherin der Polizei mit.
Das betreffende Unternehmen befindet sich im Landkreis Tosno, rund 40 Kilometer südöstlich von St. Petersburg.

Die Produktionsstätte wird derzeit durchsucht, ebenso wie Lagerhallen und Vertriebswege. Es bestehe der Verdacht, dass in der Firma Methanol oder andere giftige Chemikalien als Ersatz für Ethanol verwendet wurden – eine Methode, die bei illegaler Alkoholherstellung häufig eingesetzt wird, um Kosten zu sparen.

Dutzende Menschen in Kliniken behandelt

Neben den bislang 25 bestätigten Todesfällen sollen mehrere Dutzend weitere Personen mit schweren Vergiftungen in Krankenhäuser eingeliefert worden sein. Einige von ihnen schweben laut Behörden in Lebensgefahr.

Die russischen Gesundheitsämter hatten den ganzen September über eine auffällige Häufung von Alkoholvergiftungen registriert. Erst durch toxikologische Untersuchungen sei der Zusammenhang zu einer gemeinsamen Quelle erkannt worden.

Wiederkehrendes Problem in Russland

Todesfälle durch gepanschten oder illegal produzierten Alkohol treten in Russland immer wieder auf – vor allem in wirtschaftlich schwächeren Regionen, wo viele Menschen auf billige Alternativen zu offiziellen Produkten zurückgreifen.

Laut Gesundheitsbehörden sind solche Fälle meist auf illegalen Vertrieb, mangelnde Kontrolle oder gefälschte Etiketten zurückzuführen. Besonders riskant sind Produkte, die Methanol enthalten: Schon kleine Mengen können zu Erblindung oder Tod führen.

Ermittlungen gegen Betreiber

Die russischen Strafverfolgungsbehörden haben ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung und illegaler Produktion eröffnet. Mehrere Personen, darunter die Inhaber der betroffenen Firma, sollen bereits vorläufig festgenommen worden sein.

Die Polizei untersucht derzeit, wo die gepanschten Produkte verkauft wurden und ob weitere Regionen betroffen sind. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, verdächtige Alkoholprodukte nicht zu konsumieren und auffällige Flaschen zu melden.

Trauer und Kritik

In sozialen Netzwerken und regionalen Medien äußern viele Menschen Bestürzung und Kritik an den Kontrollen. Verbraucherschützer fordern strengere Überprüfungen kleiner Produzenten und warnen vor einem wachsenden Schwarzmarkt für Alkohol in Russland.

Die Behörden hoffen nun, mit der Schließung des Betriebs weitere Todesfälle zu verhindern.

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