Ein Großeinsatz der Hamburger Polizei und Feuerwehr hat am Wochenende für Aufsehen gesorgt: In einem Einfamilienhaus im Stadtteil Groß Borstel war eine hochgiftige Chemikalie entdeckt worden. Inzwischen gaben die Behörden Entwarnung. Von dem Stoff – mutmaßlich Zyanid – gehe keine Gefahr mehr aus, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Das Gift sei gesichert und abtransportiert worden.
18-Jähriger löst Einsatz aus
Ausgelöst hatte den Einsatz ein 18 Jahre alter Mann, der nach Polizeiangaben offenbar Zyanid im Internet bestellt und an die Adresse seiner Eltern liefern ließ. Beim Öffnen des Pakets sei ihm schwindelig geworden, woraufhin er selbst den Notruf wählte. Einsatzkräfte rückten mit einem Großaufgebot an und evakuierten das Wohnhaus vorsorglich.
Weitere Chemikalien sichergestellt
Bei einer anschließenden Durchsuchung stießen Spezialisten auf weitere Chemikalien. Auch diese wurden geborgen und entsorgt. Da vor Ort Hinweise auf mehrere mögliche Straftaten gefunden wurden, zog die Polizei den Staatsschutz hinzu. Über die Motive des jungen Mannes ist bislang nichts bekannt.
Gefährliche Substanz
Zyanid gehört zu den gefährlichsten bekannten Chemikalien. Es handelt sich um eine Blausäureverbindung, die bereits in kleinen Mengen tödlich wirken kann. Für Mensch und Umwelt besteht ein erhebliches Risiko.
Die Ermittlungen laufen weiter. Unklar bleibt zunächst, wie der 18-Jährige an die Substanz gelangte und was er mit ihr vorhatte.