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Rätselhaftes Fischsterben vor Rostock – Tausende Tiere an Stränden entdeckt

Ben_Kerckx (CC0), Pixabay

Ein gespenstisches Bild bietet sich derzeit an den Stränden der Ostseeküste bei Rostock: Tausende tote Fische sind seit Freitag in Nienhagen, Warnemünde und Markgrafenheide angespült worden. Spaziergänger und Badegäste waren die Ersten, die die Kadaver im flachen Wasser entdeckten. Inzwischen haben Behörden die Funde bestätigt – die Ursache ist jedoch noch völlig unklar.

Nach Angaben der Wasserschutzpolizei handelt es sich um mehrere tausend Tiere unterschiedlicher Arten. Während bis Samstagabend immer neue Fische antrieben, hat das Phänomen seither nachgelassen. Viele der toten Tiere wurden bereits geborgen und an das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei übergeben, wo nun detaillierte Analysen laufen.

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern hat umgehend eine Untersuchung eingeleitet. Hinweise auf ein Verbrechen oder eine vorsätzliche Umweltstraftat gebe es bislang nicht. Dennoch ist die Unsicherheit groß: Noch sei nicht absehbar, ob auch weitere Küstenabschnitte betroffen sein könnten.

Behörden raten zur Vorsicht

Für Fischer und Angler gelten inzwischen klare Einschränkungen: Zwischen Markgrafenheide, Hohe Düne, Warnemünde und Heiligendamm ist der Fang von Fischen zum Verzehr untersagt. Auch Freizeitanglern rät die Stadt Rostock eindringlich davon ab, ihre Fänge in den kommenden Tagen zu essen. Zwar bleibt das Baden in der Ostsee erlaubt, doch das Gesundheitsamt empfiehlt, bis zur Klärung der Ursache vorsichtshalber auf einen Sprung ins Meer zu verzichten.

Verdacht auf Sauerstoffmangel

Als mögliche Ursache nennen Experten derzeit vor allem einen akuten Sauerstoffmangel im Wasser. „Ein solcher Mangel könnte durchaus zu einem Massensterben wie diesem geführt haben“, erklärt Steffen Zander, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes. Um Klarheit zu gewinnen, wurden umfangreiche Wasser- und Gewebeproben entnommen. Mit ersten Ergebnissen ist in der kommenden Woche zu rechnen.

Erinnerung an 2020

Für die Region ist das Massensterben ein bitteres Déjà-vu. Bereits im Oktober 2020 war es am Strand von Warnemünde zu ähnlichen Vorfällen gekommen – auch damals galt Sauerstoffmangel als Ursache. Nun, fünf Jahre später, liegt erneut ein drängendes Rätsel vor den Experten, das viele Fragen nach dem ökologischen Zustand der Ostsee aufwirft.

Bis zur Vorlage der Untersuchungsergebnisse bleibt die Ursache im Dunkeln – und mit ihr die Sorge, dass sich ein solches Fischsterben künftig wiederholen könnte.

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