Dark Mode Light Mode

Algen-Boom mit Risiko: Verbraucherschützer warnen vor hohem Jodgehalt in Fisch-Ersatzprodukten

zuzyusa (CC0), Pixabay

Algen gelten als Superfood – gesund, nachhaltig und als perfekte Basis für vegane Fisch-Alternativen. Doch der vermeintlich gesunde Trend birgt Risiken: Viele Produkte enthalten so viel Jod, dass Verbraucher ungewollt ihre Tageshöchstmenge überschreiten. Darauf machen die Verbraucherzentralen nach einem aktuellen Marktcheck aufmerksam.

Viel Jod – wenig Transparenz

Im Test wurden algenhaltige Alternativen für Thunfisch, Räucherlachs und Kaviar untersucht. Das Ergebnis überrascht: Fünf von sechs Produkten wiesen nennenswerte Mengen Jod zwischen 29 und 226 Mikrogramm pro 100 Gramm auf. Besonders auffällig war eine Thunfisch-Alternative in der 140-Gramm-Dose – sie enthielt satte 316 Mikrogramm Jod. Damit liegt der Gehalt bereits über der empfohlenen Tagesmenge von 150 Mikrogramm für Erwachsene.

Zum Vergleich: Dieselbe Menge echten Thunfischs bringt es auf lediglich 21 bis 28 Mikrogramm Jod.

Forderung nach klarer Kennzeichnung

„Dass einzelne vegane Ersatzprodukte auch hohe Mengen Jod enthalten können, ist sicher nicht allen klar“, warnt Constanze Rubach von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Zwar gilt eine Kennzeichnungspflicht, doch greift sie nur, wenn mit Jod geworben wird oder der Gehalt extreme 2.000 Mikrogramm pro 100 Gramm Trockenmasse überschreitet. Für den Alltagseinkauf sei das völlig unzureichend, kritisieren Verbraucherschützer – Transparenz sei dringend notwendig.

Zwischen Mangel und Überversorgung

Jod ist für den Körper unverzichtbar: Es unterstützt die Schilddrüse und ist für zentrale Stoffwechselprozesse wichtig. Viele Menschen in Deutschland leiden an Jodmangel. Doch die Kehrseite ist gefährlich – zu hohe Mengen können die Schilddrüsenfunktion erheblich beeinträchtigen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher, nicht mehr als 600 Mikrogramm pro Tag aufzunehmen.

Da Meeresalgen oft besonders viel Jod speichern, können die Grenzwerte schon nach einer Portion überschritten werden. „Die beste Basis für eine ausreichende Jodversorgung bleibt eine abwechslungsreiche Ernährung“, so Rubach. Algen-Produkte dürfen darin ihren Platz haben – entscheidend sei aber die konsequente Verwendung von Jodsalz und der Griff zu Lebensmitteln, die mit Jodsalz hergestellt wurden.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

HSW Windpark Grebbin GmbH: Solide Umsätze, steigende Gesellschafterdarlehen und sinkende Gewinnmargen

Next Post

Windpark Bildhäuser Forst Holding Verwaltungs GmbH: Kleiner Abschluss mit negativem Ergebnis wirft Fragen für Anleger auf