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Verbraucherschützer schlagen Alarm: Jugendliche rutschen durch „Buy now, pay later“-Modelle in die Schuldenfalle

geralt (CC0), Pixabay

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) warnt eindringlich vor einer wachsenden Verschuldung junger Menschen in Deutschland. Verbandschefin Ramona Pop sieht die Ursache vor allem in den inzwischen weit verbreiteten Angeboten nach dem Prinzip „Buy now, pay later“ („Kaufe jetzt, zahle später“). Diese Modelle, die vor allem beim Online-Shopping allgegenwärtig sind, locken mit schnellen und unkomplizierten Kaufmöglichkeiten – können jedoch gravierende Folgen haben.

Schulden schon im Jugendalter

Laut Pop gibt es Fälle, in denen Jugendliche bereits bis zu 1.500 Euro Schulden angehäuft haben. Für viele sei das ein hoher Betrag, den sie mit geringem Einkommen aus Nebenjobs oder Ausbildungsvergütung kaum bedienen könnten. Damit droht ein früher Einstieg in eine Schuldenspirale, die sich über Jahre hinweg negativ auf die finanzielle Situation auswirken kann.

Risiken oft unterschätzt

Problematisch ist nach Ansicht der Verbraucherschützer, dass gerade junge Menschen häufig keine Erfahrung im Umgang mit Kreditangeboten haben. Der psychologische Anreiz sei groß: Einkaufen, ohne sofort zu zahlen, wirke zunächst harmlos. Doch wenn mehrere kleine Raten zusammenkommen, entstehe schnell eine unüberschaubare Belastung. Mahngebühren und Inkassokosten verschärfen die Lage zusätzlich.

Folgen für die Zukunft

Besonders schwerwiegend können die Konsequenzen sein, wenn die Schulden nicht rechtzeitig beglichen werden. Schon kleine Rückstände können zu einem negativen Schufa-Eintrag führen. Damit stehen Jugendlichen viele Türen verschlossen – vom Abschluss eines Handyvertrags bis hin zum Anmieten einer Wohnung. In manchen Fällen kann ein früher Eintrag in der Schufa den Start ins Berufs- und Erwachsenenleben dauerhaft belasten.

Forderungen der Verbraucherschützer

Der vzbv fordert daher ein entschiedeneres Handeln von Politik und Wirtschaft. Konkret gehe es um:

  • Klare Regeln für Zahlungsdienste, die solche Modelle anbieten,

  • eine strenge Alterskontrolle bei „Buy now, pay later“-Verträgen,

  • sowie mehr Transparenz über Gebühren und Risiken.

Darüber hinaus müsse die finanzielle Bildung von Jugendlichen dringend gestärkt werden. Schulen, Elternhäuser und öffentliche Institutionen sollten jungen Menschen vermitteln, wie leichtfertige Konsumentscheidungen langfristige Folgen haben können.

Ein gesamtgesellschaftliches Problem

Die Warnung des vzbv verdeutlicht, dass Überschuldung längst kein Randproblem mehr ist. Neben klassischen Krediten sind es heute vor allem flexible Zahlungsmodelle, die junge Menschen in Schwierigkeiten bringen können. Für viele Experten ist klar: Wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird, könnte die Zahl verschuldeter Jugendlicher in den kommenden Jahren deutlich steigen – mit gravierenden Folgen für ihre Lebensplanung und für die Gesellschaft insgesamt.

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