Mit täuschend echt gestalteten Inkassoschreiben versuchen Kriminelle derzeit erneut, Verbraucher um ihr Geld zu bringen. Betroffen ist diesmal die Hamburger Dienst Inkasso GmbH sowie der Name von Rechtsanwalt Dr. Bruno Simons. Die Schreiben wirken auf den ersten Blick seriös, enthalten Aktenzeichen, Zahlungsfristen und die Androhung weiterer rechtlicher Schritte. Tatsächlich sollen die Empfänger jedoch Geld auf Konten der Betrüger überweisen.
Die echte Dienst Inkasso GmbH warnt ausdrücklich vor den gefälschten Schreiben. Nach Angaben des Unternehmens missbrauchen bislang unbekannte Täter sowohl den Firmennamen als auch den Namen von Rechtsanwalt Dr. Bruno Simons und die Hamburger Geschäftsanschrift, um den Schreiben einen offiziellen Anschein zu verleihen.
Falsche Forderungen sollen Angst erzeugen
In den Schreiben werden Empfänger aufgefordert, angeblich offene Forderungen innerhalb weniger Tage zu begleichen. Häufig ist von zusätzlichen Mahnkosten, Inkassogebühren oder sogar drohenden Vollstreckungsmaßnahmen die Rede. Genau dieser Zeitdruck soll verhindern, dass Betroffene die Forderung kritisch hinterfragen.
Nach Einschätzung von Verbraucherschützern setzen Inkassobetrüger gezielt auf Verunsicherung. Viele Menschen zahlen aus Angst vor negativen Schufa-Einträgen oder gerichtlichen Konsequenzen, obwohl sie den angeblichen Vertrag oder die Forderung überhaupt nicht kennen.
Vorsicht bei den Bankverbindungen
Besonders gefährlich sind die in den Schreiben genannten Kontoverbindungen. Diese gehören nach Angaben der Dienst Inkasso GmbH nicht zum Unternehmen, sondern werden von den Betrügern kontrolliert. Wer den geforderten Betrag überweist, zahlt unmittelbar an die Täter und hat anschließend oft Schwierigkeiten, das Geld zurückzuerhalten.
So erkennen Verbraucher die Fälschungen
Nicht jedes Inkassoschreiben ist automatisch gefälscht. Dennoch sollten Empfänger aufmerksam werden, wenn
- ihnen die angebliche Forderung völlig unbekannt ist,
- eine ungewöhnlich kurze Zahlungsfrist gesetzt wird,
- massiver Druck mit Gerichtsverfahren oder Pfändungen aufgebaut wird,
- die Bankverbindung nicht mit den offiziellen Unternehmensdaten übereinstimmt,
- der ursprüngliche Gläubiger nicht eindeutig genannt wird oder
- die Kontaktdaten ausschließlich auf das erhaltene Schreiben verweisen.
Wer Zweifel hat, sollte die Echtheit des Schreibens ausschließlich über die offiziell veröffentlichten Kontaktdaten der Dienst Inkasso GmbH prüfen und nicht die im verdächtigen Brief angegebenen Telefonnummern oder E-Mail-Adressen verwenden.
Was Betroffene jetzt tun sollten
Verbraucher sollten auf keinen Fall vorschnell zahlen. Empfehlenswert ist es, zunächst die behauptete Forderung sorgfältig zu prüfen und die angegebene Bankverbindung mit den offiziellen Unternehmensdaten abzugleichen.
Ist bereits Geld überwiesen worden, sollte unverzüglich die eigene Bank informiert werden. Je schneller reagiert wird, desto größer ist die Chance, eine Überweisung noch stoppen oder zurückholen zu können. Außerdem empfiehlt sich eine Strafanzeige bei der Polizei, damit die Ermittlungsbehörden die Täter verfolgen können.
Betrugsmasche mit bekanntem Muster
Der aktuelle Fall reiht sich in eine wachsende Zahl von Identitätsmissbräuchen ein. Immer häufiger nutzen Betrüger die Namen seriöser Kanzleien, Inkassounternehmen oder Behörden, um ihre Forderungen glaubwürdig erscheinen zu lassen. Die gefälschten Schreiben werden dabei zunehmend professioneller gestaltet und enthalten oft echte Anschriften oder Logos.
Gerade deshalb gilt: Eine Zahlungsaufforderung sollte niemals allein wegen eines bekannten Firmennamens oder einer anwaltlichen Unterschrift als echt angesehen werden. Wer eine unerwartete Inkassoforderung erhält, sollte diese stets sorgfältig prüfen und sich im Zweifel rechtlich beraten lassen, bevor Geld überwiesen wird.