Im Zentrum der norwegischen Hauptstadt Oslo hat am Abend eine Explosion für Aufsehen und große Sicherheitsmaßnahmen gesorgt. Nach Angaben der Polizei detonierte eine Handgranate in unmittelbarer Nähe gleich mehrerer sensibler Orte: einer Hochschule, dem Königspalast sowie der israelischen Botschaft. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand, der Sachschaden blieb begrenzt.
Weitere Granate entdeckt
Bei der anschließenden Durchsuchung des Stadtgebiets stießen die Einsatzkräfte auf eine weitere Granate. Diese konnte von Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes kontrolliert gesprengt werden. Damit wurde ein mögliches weiteres Risiko für Passanten und Anwohner verhindert.
Festnahmen nach der Explosion
Die Polizei nahm insgesamt drei Verdächtige fest – darunter nach Informationen der Nachrichtenagentur NTB zwei erst 13 Jahre alte Jugendliche. Die ungewöhnlich junge Altersstruktur der mutmaßlich Beteiligten sorgt in Norwegen bereits für Debatten über Jugendkriminalität und die Attraktivität von Bandenstrukturen für Minderjährige.
Ermittler vermuten Bandenhintergrund
Nach den bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler davon aus, dass die Tat im Zusammenhang mit Bandenkriminalität steht. In Oslo hatte es in den vergangenen Monaten wiederholt gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppierungen gegeben. Sprengsätze und Schusswaffen wurden dabei immer häufiger eingesetzt – eine Entwicklung, die Sicherheitsbehörden und Politik zunehmend unter Druck setzt.
Konsequenzen für die Sicherheit
Die Explosion in unmittelbarer Nähe von Regierungseinrichtungen und diplomatischen Vertretungen wirft auch Fragen zur inneren Sicherheit auf. Die Polizei hat die Präsenz im Zentrum der Stadt verstärkt und angekündigt, das Umfeld der beteiligten Personen intensiv zu durchleuchten.
Die Ermittlungen laufen weiter – und mit ihnen die Diskussion darüber, wie die norwegischen Behörden der zunehmenden Bandenkriminalität und der Einbindung immer jüngerer Täter wirksam begegnen können.