Im Bürgermeisterwahlkampf in Hettstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) spitzt sich der Streit zwischen Amtsinhaber Dirk Fuhlert (parteilos) und der parteilosen Kandidatin Steffi Rieger zu. Fuhlert hat Anzeige wegen Verleumdung gegen seine Herausforderin gestellt. Der Grund: Rieger wirft ihm Manipulation während einer Vorstellungsrunde im Ratssaal vor.
Der Auslöser: Eklat bei Kandidatenvorstellung
Bei der Veranstaltung im Hettstedter Ratssaal in der vergangenen Woche stellte Rieger ihre Kritik am Zustand der Stadt und an der Amtsführung Fuhlerts vor. Nach eigenen Angaben sah sie sich dabei durch Intrigen und Verleumdungen aus dem Umfeld des Bürgermeisters und seiner Unterstützerpartei unter Druck gesetzt.
Als Wahlleiterin Christina Kosiol und Fuhlert die Rede unterbrachen, legte Rieger das Mikrofon nieder und verließ demonstrativ die Veranstaltung. Die Stadt dokumentierte den Vorfall auf ihrer Internetseite, auch Videoaufnahmen auf Youtube zeigen die Szene.
Der Vorwurf: Manipuliertes Mikrofon
In einem nachträglich veröffentlichten Redeskript und gegenüber MDR SACHSEN-ANHALT erklärte Rieger, ihr Mikrofon sei während ihrer Rede zunächst leiser gestellt und anschließend ganz abgeschaltet worden. Dies wertet sie als gezielte Manipulation und Einschränkung ihrer Kandidatur.
Amtsinhaber Fuhlert weist die Anschuldigungen entschieden zurück. „Das stimmt nicht“, sagte er MDR SACHSEN-ANHALT. Die Aufnahmen belegten keine Manipulation, vielmehr handele es sich um eine Inszenierung.
Die Eskalation: Anzeige wegen Verleumdung
Da er die Vorwürfe für haltlos hält, hat Fuhlert Anzeige wegen Verleumdung gegen Rieger erstattet. Seiner Ansicht nach entbehren die Anschuldigungen jeder Grundlage. Auch neutrale Beobachter verweisen bislang darauf, dass die veröffentlichten Bilder keinen Beleg für eine technische Manipulation liefern.
Politische Brisanz vor der Wahl
Der Vorfall sorgt mitten im Bürgermeisterwahlkampf für erhebliches Aufsehen. Zwar tritt Fuhlert selbst nicht erneut an, dennoch steht er als Amtsinhaber im Zentrum der Debatte. Für Rieger, die als parteilose Kandidatin antritt, könnte die Eskalation sowohl Aufmerksamkeit als auch Zweifel hervorrufen.
Die Anzeige markiert damit eine neue Eskalationsstufe im Hettstedter Wahlkampf, der von persönlichen Vorwürfen und gegenseitigem Misstrauen geprägt ist. Ob die Justiz die Vorwürfe weiter aufklären wird, bleibt abzuwarten – klar ist jedoch schon jetzt, dass das Klima im Wahlkampf massiv belastet ist.