Zum zweiten Mal in Folge sind in Peru Tausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die Regierung von Präsidentin Dina Boluarte zu demonstrieren. Die Proteste, die über soziale Netzwerke organisiert wurden, richteten sich vor allem gegen die als korrupt wahrgenommene Staatsführung.
Forderungen nach Rücktritt und Neuwahlen
Viele Demonstrierende hielten Plakate hoch, auf denen sie Boluarte direkt für die politische Krise verantwortlich machten. Neben dem Rücktritt der Präsidentin verlangten sie eine Vorverlegung der Präsidentschaftswahlen, die derzeit für April 2026 geplant sind.
Die linksliberale Zeitung La República berichtete, dass die Protestbewegung zunehmend an Dynamik gewinnt und sich aus sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen speist – von Studierenden über Gewerkschaften bis hin zu indigenen Organisationen.
Einsatz der Sicherheitskräfte
Die Polizei versuchte, die Proteste unter Kontrolle zu bringen. Sie setzte Tränengas und Gummigeschosse ein, um die Menge zurückzudrängen. Über Verletzte oder Festnahmen gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Gleichzeitig rief die Polizei die Bevölkerung über die Plattform X dazu auf, „friedlich und verantwortungsvoll“ zu demonstrieren.
Hintergrund
Die Regierung von Dina Boluarte steht seit ihrem Amtsantritt im Dezember 2022 unter Druck. Sie hatte das Präsidentenamt nach der Absetzung ihres Vorgängers Pedro Castillo übernommen, was damals bereits zu massiven Protesten führte. Seitdem werfen Kritikerinnen und Kritiker Boluarte vor, sich zunehmend von den Bedürfnissen der Bevölkerung zu entfernen und autoritär zu regieren.
Ausblick
Ob Boluarte den Forderungen nach einem Rücktritt oder vorgezogenen Neuwahlen nachgeben wird, gilt als fraglich. Politische Beobachter weisen darauf hin, dass die Präsidentin weiterhin