Seit einigen Jahren wird in der Forschung diskutiert, ob die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft möglicherweise das Risiko für Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) beim Kind erhöhen könnte. Verschiedene Studien haben Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang geliefert – doch Experten betonen, dass es bislang keinen eindeutigen Ursache-Wirkungs-Beleg gibt.
Erste Hinweise aus Beobachtungsstudien
Mehrere internationale Arbeitsgruppen haben in den vergangenen zehn Jahren Daten ausgewertet, die darauf hindeuten, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft häufiger Paracetamol eingenommen haben, etwas öfter Entwicklungsauffälligkeiten oder Diagnosen aus dem Autismus-Spektrum aufwiesen. Auch ein erhöhtes Risiko für ADHS wurde vereinzelt beschrieben.
Doch diese Ergebnisse stammen aus Beobachtungsstudien – und die zeigen lediglich Korrelationen. Ob Paracetamol tatsächlich die Ursache ist, lässt sich damit nicht nachweisen.
Mögliche Einflussfaktoren
Fachleute weisen darauf hin, dass viele andere Faktoren das Risiko beeinflussen könnten:
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Grunderkrankungen der Mutter (z. B. Infektionen oder Fieber), wegen derer Paracetamol eingenommen wurde.
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Genetische Veranlagungen, die sowohl das Krankheitsrisiko der Mutter als auch die kindliche Entwicklung betreffen können.
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Umweltfaktoren, die in den Studien oft schwer zu kontrollieren sind.
Damit bleibt offen, ob Paracetamol eine Rolle spielt – oder ob die beobachteten Effekte auf andere Ursachen zurückgehen.
Was sagen Behörden und Experten?
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und auch die US-Gesundheitsbehörden betonen, dass Paracetamol nach wie vor als sicherstes Schmerz- und Fiebermittel in der Schwangerschaft gilt – sofern es in der niedrigsten wirksamen Dosis und nur so kurz wie nötig angewendet wird.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) verweist ebenfalls darauf, dass die aktuelle Datenlage keine Änderung der Empfehlungen rechtfertigt. Schwangere sollten Paracetamol jedoch nicht leichtfertig oder dauerhaft einnehmen, sondern nur bei klarer medizinischer Indikation.
Fazit
Der mögliche Zusammenhang zwischen Paracetamol und Autismus bleibt ein offenes Forschungsthema, aber:
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Es gibt keinen wissenschaftlich belegten Kausalzusammenhang.
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Paracetamol gilt weiterhin als Mittel der ersten Wahl in der Schwangerschaft – vor allem im Vergleich zu anderen Schmerzmitteln, die deutlich riskanter sein können.
Für Schwangere gilt daher: Im Zweifel ärztlich abklären lassen, wann und wie Paracetamol sinnvoll ist – und nicht ohne Rücksprache dauerhaft einnehmen.