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Maiszünsler breitet sich aus: Bedrohung für Niedersachsens Maisernte wächst

anaterate (CC0), Pixabay

Die Maisernte in Niedersachsen läuft derzeit zwar auf Hochtouren, doch die Freude vieler Landwirte wird getrübt: Der Maiszünsler, einer der gefährlichsten Schädlinge im Maisanbau, ist inzwischen auch im Norden angekommen. Damit steht nicht nur die diesjährige, sondern vor allem die zukünftige Erntequalität auf dem Spiel.

Unsichtbarer Schädling mit großer Wirkung

Der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) gilt in Mitteleuropa seit Jahrzehnten als gefürchteter Pflanzenschädling. Seine Larven nisten sich in den Stängeln der Maispflanzen ein, bohren sich von innen durch das Pflanzengewebe und schwächen die Stabilität massiv. Die Folgen sind geknickte oder umgefallene Pflanzen, eine erschwerte Ernte und im schlimmsten Fall das Verfaulen ganzer Bestände.

Besonders problematisch: Der Schädling überwintert in den nach der Ernte übrig gebliebenen Maisstoppeln. Diese dienen den Raupen als Schutzquartier, bis im Frühjahr die nächste Generation Falter schlüpft. Ohne gezielte Maßnahmen vermehrt sich der Befall also von Jahr zu Jahr – mit steigenden Schäden.

Landwirte schlagen Alarm

Renke Dählmann, Lohnunternehmer aus Hude (Landkreis Oldenburg), berichtet von wachsender Mehrarbeit: „Wir müssen nach der Ernte mit Walzen und Häckslern über die Felder fahren, um die Stoppeln kleinzumachen. Das kostet Zeit, Diesel und Nerven – aber ohne geht es nicht mehr. Sonst breitet sich der Maiszünsler ungebremst weiter aus.“

Auch Landwirt Heiko Boning aus Huntlosen macht die neue Realität deutlich. Schon vor der Ernte habe er Löcher in den Pflanzen entdeckt. „Die Raupen waren im Stängel, viele Pflanzen sind einfach umgeknickt. Da bleibt beim Häckseln einiges liegen – und das geht direkt ins Geld.“

Wetter erschwert die Arbeit

Die Situation wird zusätzlich durch das Wetter beeinflusst. Starkregen oder anhaltende Nässe machen es unmöglich, mit schweren Maschinen die Felder zu befahren. In solchen Phasen bleiben die Stoppeln stehen – und damit ideale Überwinterungsplätze für den Schädling. Das Risiko steigt, dass sich der Maiszünsler in den kommenden Jahren noch stärker etabliert.

Wirtschaftliche und ökologische Folgen

Mais ist in Niedersachsen eine zentrale Kulturpflanze, sowohl für die Tierfütterung in der Milch- und Fleischproduktion als auch für die Energiegewinnung in Biogasanlagen. Ein massiver Befall durch den Maiszünsler könnte daher nicht nur die Erträge der Landwirte schmälern, sondern auch die Futtermittelpreise nach oben treiben und die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen belasten.

Darüber hinaus drohen ökologische Nebenwirkungen: Je stärker der Schädlingsdruck, desto größer die Versuchung, wieder verstärkt auf Pflanzenschutzmittel zurückzugreifen. Dabei gelten mechanische Maßnahmen wie das konsequente Zerkleinern der Stoppeln als die effektivste und zugleich umweltverträglichste Strategie.

Experten fordern abgestimmte Bekämpfung

Fachleute betonen, dass der Kampf gegen den Maiszünsler nur gelingt, wenn viele Landwirte gemeinsam handeln. Einzelne Maßnahmen auf wenigen Feldern reichen nicht aus, da der Schädling problemlos in benachbarte Flächen ausweicht. Eine enge Abstimmung in ganzen Regionen sei daher entscheidend, um die Ausbreitung zu bremsen.

Ausblick

Die ersten Ernteergebnisse in Niedersachsen sind zwar insgesamt positiv, doch der Maiszünsler könnte sich langfristig zum ernsthaften Problem entwickeln. Wenn er sich in den kommenden Jahren weiter ausbreitet, stehen Landwirte, Veredlungsbetriebe und Biogasanlagen vor erheblichen Herausforderungen.

Eines ist klar: Die diesjährigen Erfahrungen markieren für viele Landwirte den Beginn einer neuen Ära im Maisanbau – mit zusätzlichen Kosten, höherem Aufwand und steigenden Risiken.

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