Italien steht kurz davor, einen alten Feiertag wiederzubeleben: den 4. Oktober, den Tag des heiligen Franz von Assisi. Nach 48 Jahren Pause soll er wieder offiziell als Nationalfeiertag gelten. Ein entsprechender Gesetzesentwurf fand bereits breite Zustimmung in der Abgeordnetenkammer und wird nun im Senat erwartet – der Widerstand gilt als minimal.
Historische Wurzeln
Der 4. Oktober wurde bereits 1958 eingeführt – zu Ehren der beiden Schutzheiligen Italiens, des heiligen Franz von Assisi und der heiligen Katharina von Siena. Doch die Ära währte nur knapp zwei Jahrzehnte: 1977 wurde der Tag wieder abgeschafft, als Italien aus wirtschaftlichen Gründen mehrere Feiertage strich. Nun, fast ein halbes Jahrhundert später, soll er zurückkehren.
Symbolkraft 2026: 800. Todestag des Franziskus von Assisi
Der Anlass ist kein Zufall: 2026 jährt sich der Tod des heiligen Franz von Assisi zum 800. Mal. Die Wiedereinführung des Feiertags wird nicht nur als Erinnerung an den populären Heiligen verstanden, sondern auch als Hommage an Papst Franziskus, der seinen Namen bewusst in dieser Tradition gewählt hat. Damit erhält der Tag eine doppelte symbolische Dimension – religiös, historisch und politisch.
Breite politische Unterstützung
Die Initiative geht auf die Parteien Noi Moderati und Fratelli d’Italia zurück, unterstützt von Forza Italia und Lega. Gemeinsam verfügen sie über eine deutliche Mehrheit im Parlament. Nachdem das Gesetz im Senat verabschiedet ist, fehlt nur noch die Unterschrift von Präsident Sergio Mattarella – ein rein formaler Akt.
Arbeitsfrei erst ab 2027
Ganz praktisch müssen sich die Italienerinnen und Italiener allerdings noch etwas gedulden: Der 4. Oktober 2026 fällt auf einen Sonntag. Erst 2027 bringt der Feiertag einen zusätzlichen freien Tag – und damit für viele ein verlängertes Herbstwochenende.
Die Regierung rechnet für die Einführung mit Mehrkosten von rund 10,6 Millionen Euro jährlich, die vor allem durch Lohnfortzahlungen im öffentlichen Dienst entstehen – etwa bei Polizei, Schulen und im Gesundheitswesen.
Ein Feiertag mit Botschaft
Während Kritiker in Zeiten knapper Kassen zusätzliche Feiertage skeptisch sehen, betont die Regierung die symbolische Bedeutung. Mit der Rückkehr des 4. Oktober als Nationalfeiertag soll Italien nicht nur an seine religiösen Wurzeln erinnern, sondern auch ein Zeichen der Einheit und Identität setzen.