Die Stiftung Warentest hat Anlegerinnen und Anleger davor gewarnt, ihr Geld in offene Immobilienfonds zu stecken. Nach einer aktuellen Untersuchung von 19 Fonds kommt die Verbraucherschutzorganisation zu dem Ergebnis, dass diese Anlageform weder so sicher noch so renditestark ist, wie viele Investoren vermuten.
Risiko wird oft unterschätzt
Zwar gelten offene Immobilienfonds häufig als solide und vergleichsweise krisensicher, doch die Tester betonen, dass die Risiken deutlich größer seien als bei klassischen Spareinlagen. Im Vergleich zu Tagesgeld oder Festgeld sei das Verlustrisiko erheblich höher – während die Renditechancen gleichzeitig begrenzt blieben.
Rendite bleibt überschaubar
In ihrer Analyse stellten die Experten fest, dass die meisten untersuchten Fonds zwar stabile, aber keineswegs überdurchschnittliche Erträge abwarfen. Anleger dürften nicht erwarten, dass Immobilienfonds einen Ausgleich für schwache Börsenzeiten bieten oder langfristig überdurchschnittliche Gewinne ermöglichen.
Lange Kündigungsfristen als Nachteil
Ein weiterer Kritikpunkt ist die eingeschränkte Liquidität: Wer Anteile an einem offenen Immobilienfonds hält, kann diese nicht jederzeit kurzfristig verkaufen. Stattdessen gelten lange Kündigungsfristen, die den schnellen Zugriff auf das angelegte Geld erschweren. In Krisenzeiten oder bei unerwartetem Geldbedarf kann dies für Anleger zu erheblichen Problemen führen.
Testumfeld: 19 Fonds im Vergleich
Die Stiftung Warentest hatte insgesamt 19 offene Immobilienfonds unter die Lupe genommen. Dabei wurden Aspekte wie Stabilität, Rendite, Risiko und Verfügbarkeit des angelegten Kapitals geprüft. Das Ergebnis: Keiner der Fonds konnte die Verbraucherschützer so überzeugen, dass sie ihn uneingeschränkt empfehlen würden.
Einschätzung aus Anlegersicht
Für sicherheitsorientierte Anleger, die Wert auf kurzfristige Verfügbarkeit und Kapitalerhalt legen, sind offene Immobilienfonds nach Ansicht von Stiftung Warentest ungeeignet. Wer dennoch in Immobilien investieren möchte, müsse sich über die eingeschränkte Flexibilität und das höhere Risiko bewusst sein – und sollte Fonds höchstens als Beimischung in ein breit diversifiziertes Portfolio betrachten.
Fazit
Offene Immobilienfonds waren lange Zeit ein beliebtes Produkt für Privatanleger, die Sicherheit mit Immobilienwerten verbinden. Doch die Analyse zeigt: Die vermeintlich solide Anlage birgt Tücken. Vor allem in Zeiten schwankender Immobilienmärkte und steigender Zinsen sollten Anleger genau abwägen, ob sich das Risiko im Verhältnis zur Rendite lohnt.