Wenn nach den Sommerferien wieder die Schule beginnt, wird ein altbekanntes Bild sichtbar: lange Autoschlangen vor den Schultoren. Eine aktuelle Umfrage im Auftrag der ADAC-Stiftung zeigt, dass fast jeder fünfte Grundschüler (19 Prozent) in Deutschland täglich mit dem Auto zur Schule gebracht wird. Weitere neun Prozent nutzen das sogenannte Elterntaxi jeden zweiten Tag.
Elterntaxis: vor allem praktisch – nicht sicherheitsbedingt
Die Gründe für den Transport sind laut Umfrage meist praktischer Natur:
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40 Prozent der Eltern geben an, ihre Kinder per Auto zu bringen, weil diese nach der Schule noch Termine haben.
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30 Prozent nutzen den Weg zur Schule, weil er ohnehin auf der täglichen Arbeitsstrecke liegt.
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22 Prozent erhoffen sich eine Zeitersparnis.
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32 Prozent nennen schlechtes Wetter als Hauptgrund.
Nur elf Prozent der Eltern begründen den Einsatz des Autos mit Sicherheitsbedenken – etwa wegen gefährlicher Verkehrssituationen oder der Ablenkung der Kinder durch Smartphones.
Saisonale Unterschiede
Die Umfrage zeigt zudem Unterschiede je nach Jahreszeit:
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Im Frühjahr und Sommer bringen 23 Prozent der Eltern ihre Kinder mindestens drei- bis viermal pro Woche mit dem Auto.
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Im Herbst und Winter steigt der Anteil auf 28 Prozent.
Über alle Schulformen hinweg werden 17 Prozent der Schüler in den helleren und 21 Prozent in den dunkleren Jahreszeiten regelmäßig mit dem Auto chauffiert.
Kritik an Elterntaxis wächst
Viele Eltern stehen dem Phänomen selbst kritisch gegenüber:
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62 Prozent beklagen das erhöhte Verkehrsaufkommen vor den Schulen.
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56 Prozent sehen darin sogar ein Sicherheitsrisiko für andere Kinder.
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Fast ebenso viele wünschen sich abgetrennte Hol- und Bringzonen, um Chaos und Gefahr vor Schultoren zu vermeiden.
ADAC-Stiftung mahnt: Kinder sollen selbstständig werden
Christina Tillmann, Vorständin der ADAC-Stiftung, warnt davor, Kinder dauerhaft im Elterntaxi zu transportieren:
„Kinder lernen den Straßenverkehr nicht im Rücksitz. Wer ihnen zutraut, den Schulweg selbstständig zu bewältigen, stärkt ihre Sicherheit, ihre Eigenständigkeit und letztlich auch das Miteinander im Verkehr.“
Die Stiftung weist darauf hin, dass die Zahl der Elterntaxis trotz Kritik schwer zu reduzieren sein dürfte – solange Bequemlichkeit und Alltagsorganisation bei vielen Familien Vorrang haben.