Deutschlands größter Sozialverband VdK drängt auf eine deutliche Entlastung von Bürgern und Behörden im Sozialbereich. Präsidentin Verena Bentele sprach sich in der Neuen Osnabrücker Zeitung für die Einführung von mehr Pauschalbeiträgen bei Sozialleistungen aus.
„Wir brauchen einfachere und verständlichere Verfahren“, so Bentele. Pauschalen könnten sowohl den Antragstellern als auch den Kommunen erhebliche Arbeit ersparen: „Weniger Formulare, weniger Bürokratie – das spart Geld, Arbeitskraft und vor allem Lebenszeit.“
Warnung vor Einschnitten
Allerdings warnte die VdK-Chefin davor, den Gedanken von Pauschalen als Sparinstrument zu missbrauchen: „Pauschalbeiträge dürfen nicht dazu führen, dass Leistungen empfindlich gekürzt werden.“ Entscheidend sei, dass weiterhin Einzelfallprüfungen möglich bleiben, um Menschen mit besonderen Bedarfen nicht im Stich zu lassen.
Hintergrund: Druck auf Sozialverwaltung
Mit ihrer Forderung reagiert der Verband auch auf die wachsende Kritik von Kommunen, die seit Monaten einen drastischen Abbau der Bürokratie im Sozialwesen verlangen. Viele Städte und Landkreise klagen über überlastete Ämter und steigende Bearbeitungszeiten bei Anträgen.
Die Bundesregierung hat deshalb die sogenannte Sozialstaatskommission eingesetzt. Sie soll Vorschläge erarbeiten, wie das System effizienter werden kann, ohne dass Betroffene Leistungen verlieren. Erste Ergebnisse werden in den kommenden Monaten erwartet.