Nach der Insolvenz der US-Muttergesellschaft und auch der deutschen Tochter galt Tupperware vielen als Relikt vergangener Zeiten. Nun versucht der französische Investor Cedric Meston, die Marke neu zu positionieren – mit einer Mischung aus Tradition und Digitalisierung.
1. Hintergrund: Von der Insolvenz zum Neustart
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Insolvenz 2024: Sowohl die US-Mutter als auch Tupperware Deutschland meldeten Insolvenz an, nachdem Absatzrückgänge und ein veraltetes Vertriebsmodell das Geschäft schwächten.
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Rettung: Meston übernahm den französischen Zweig und sicherte sich die Vertriebsrechte für Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien und Polen.
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Neuausrichtung: Im April 2025 startete der Verkauf wieder – sowohl online als auch über das bewährte Direktvertriebssystem.
2. Vertriebssystem: Party trifft App
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Tupperpartys: Die klassische Verkaufsstrategie bleibt Herzstück. In Deutschland wurden seit April bereits 10.000 Partys organisiert.
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Verkäufernetz: Rund 25.000 freie Verkäuferinnen und Verkäufer arbeiten inzwischen wieder für Tupperware, davon ca. 8.000 in Deutschland.
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Provisionen: Zwischen 15 und 25 % pro Verkauf – ein Anreiz, aber gleichzeitig ein Hinweis auf die Abhängigkeit vom Direktvertrieb.
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Digitalisierung: Mit einer neuen App will Tupperware die Organisation der Partys und die Bestellungen vereinfachen – ein Versuch, die alte Idee ins digitale Zeitalter zu überführen.
3. Chancen
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Markenbekanntheit: Tupperware genießt nach wie vor hohe Bekanntheit und nostalgischen Wert. Viele Haushalte verbinden mit der Marke Qualität und Langlebigkeit.
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Kombination aus alt und neu: Online-Shop plus Direktvertrieb könnte neue Zielgruppen erschließen, ohne die Stammkundschaft zu verlieren.
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Nachhaltigkeitstrend: Wiederverwendbare Boxen und langlebige Küchenutensilien passen in die aktuelle Zeit.
4. Risiken
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Überaltertes Konzept? Die klassische Tupperparty wirkt für jüngere Zielgruppen möglicherweise antiquiert. Ob eine App daran etwas ändert, bleibt fraglich.
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Wettbewerb: Der Markt für Küchen- und Aufbewahrungsprodukte ist stark umkämpft – von günstigen Handelsmarken bis hin zu Premiumanbietern wie Joseph Joseph.
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Abhängigkeit vom Direktvertrieb: Sollte das Party-Modell erneut an Zugkraft verlieren, droht Tupperware wieder in Schwierigkeiten zu geraten.
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Kaufkraft: Gerade in Deutschland achten Verbraucher zunehmend auf Preis-Leistung – und Tupperware ist traditionell eher hochpreisig.
5. Gesamtbewertung
Tupperware setzt beim Neustart auf eine Mischung aus Tradition und Modernisierung: die bewährten Partys sollen bleiben, aber durch digitale Hilfsmittel effizienter werden. Das Konzept könnte funktionieren, wenn es gelingt, die Nostalgie älterer Kunden mit den digitalen Gewohnheiten jüngerer Generationen zu verbinden.
Allerdings bleibt die Frage, ob die Marke mit ihrem hochpreisigen, direktvertriebenen Modell in einem von Discounterware dominierten Markt langfristig bestehen kann. Für Investor Meston ist es ein riskantes, aber potenziell lohnendes Comeback – für die Marke Tupperware wohl die letzte große Chance, sich in Europa neu zu erfinden.