Die Unternehmensberatung Deloitte warnt vor einem Rückstand Europas bei der Produktion von Batterien für Elektroautos. Nach Einschätzung der Experten gefährdet die starke Abhängigkeit von Asien sowohl die technologische Souveränität als auch die Versorgungssicherheit der europäischen Autoindustrie.
Europa bleibt hinter China zurück
Im Jahr 2024 kamen lediglich 13 Prozent der weltweit produzierten Batterien aus europäischen Fabriken. Doch selbst dieser Anteil ist laut Deloitte wenig aussagekräftig: Der Großteil entfällt auf Zweigwerke chinesischer und südkoreanischer Konzerne, die in Europa Produktionsstandorte aufgebaut haben. Nur ein einziger Hersteller in der EU produziert derzeit eigenständig Batterien – und das auch nur im begrenzten Umfang.
Abhängigkeit mit Risiken
Die Folgen dieser Abhängigkeit sind weitreichend:
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Lieferkettenrisiken: Geopolitische Spannungen oder Handelskonflikte könnten schnell zu Engpässen führen.
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Technologieabhängigkeit: Europäische Hersteller laufen Gefahr, beim Know-how den Anschluss zu verlieren, da Schlüsseltechnologien in China oder Südkorea entwickelt werden.
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Wettbewerbsfähigkeit: Ohne eigene Batterieproduktion könnte die europäische Autoindustrie langfristig Nachteile gegenüber asiatischen und US-amerikanischen Konkurrenten haben.
Politische Antworten gefordert
Experten fordern daher mehr europäische Investitionen in eigene Zellfertigung. Zwar gibt es mit Projekten wie Northvolt oder geplanten Fabriken von Automobilkonzernen Ansätze, doch viele Projekte kämpfen mit hohen Kosten, Verzögerungen oder unklaren Geschäftsmodellen. Deloitte warnt: Wenn Europa nicht schneller handele, werde sich die Lücke zu China noch weiter vergrößern.
Hintergrund: Chinas Dominanz
China kontrolliert derzeit nicht nur die Batterieproduktion, sondern auch viele wichtige Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Nickel. Dadurch verfügt das Land über eine fast vollständige Wertschöpfungskette – von der Rohstoffförderung bis zum fertigen Akku. Europa ist hier in weiten Teilen Importeur und damit abhängig von globalen Marktbedingungen.
Ausblick
Für die Autoindustrie in Europa bleibt die Frage, wie schnell eigene Kapazitäten aufgebaut werden können. Deloitte mahnt, dass es nicht nur um Produktionszahlen gehe, sondern auch um die Entwicklung eigener Technologien, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Andernfalls drohe Europa im globalen Wettbewerb dauerhaft abgehängt zu werden.