Der ehemalige Bundesverkehrsminister und frühere FDP-Generalsekretär Volker Wissing wechselt in die Privatwirtschaft. Wie das Beratungsunternehmen Christ Capital am Montag mitteilte, soll Wissing den Vorsitz eines neu geschaffenen Beirats übernehmen.
Das Unternehmen gehört dem Unternehmer und früheren FDP-Schatzmeister Harald Christ, der seit Jahren im Finanz- und Politikbereich aktiv ist. Mit dem Beirat will Christ Capital nach eigenen Angaben seine strategische Ausrichtung stärken und sich stärker auf die Beratung von Unternehmen in Transformationsprozessen konzentrieren.
Zustimmung der Bundesregierung erforderlich
Bevor Wissing seine neue Position offiziell antreten kann, muss die Bundesregierung dem Wechsel noch zustimmen. Für ehemalige Mitglieder der Bundesregierung gilt eine sogenannte Karenzzeitregelung: Wechsel in die Wirtschaft können für bis zu 18 Monate untersagt oder mit Auflagen versehen werden, wenn Interessenkonflikte mit der vorherigen Regierungsarbeit drohen.
Politische Laufbahn
Volker Wissing war bis zum Amtsantritt der neuen schwarz-roten Bundesregierung im Mai noch Bundesminister für Digitales und Verkehr. Zuvor hatte er mehrere Spitzenämter innerhalb der FDP inne, unter anderem als Generalsekretär und als Landesminister in Rheinland-Pfalz. Während seiner Zeit als Bundesminister war er vor allem mit den Themen Digitalisierung, Infrastruktur und Verkehrswende befasst – Felder, die auch für seine neue Aufgabe in der Beratung von Relevanz sein könnten.
Einordnung
Der Wechsel von Spitzenpolitikern in die Wirtschaft ist in Deutschland immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Befürworter sehen darin eine sinnvolle Nutzung von Erfahrung und Netzwerken, Kritiker warnen vor möglichen Interessenkonflikten und einer „Drehtür“ zwischen Politik und Wirtschaft. Ob der Wechsel Wissings von der Bundesregierung genehmigt wird, dürfte daher genau geprüft werden.