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FATF-Bericht: Österreich erhält schlechtes Zeugnis im Kampf gegen Geldwäsche

stevepb / Pixabay

Ein kritischer Zwischenbericht der internationalen Anti-Geldwäsche-Organisation Financial Action Task Force (FATF) sorgt in Österreich für Aufsehen. Wie die Tageszeitung Die Presse berichtet, attestiert die Behörde Österreich in gleich acht von elf Kategorien lediglich eine „moderate“ oder gar „niedrige“ Effektivität bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Damit schrammt Österreich nur knapp an einer Aufnahme in die sogenannte graue Liste vorbei – einer Einstufung, die ansonsten Staaten wie Syrien, Nigeria oder die Demokratische Republik Kongo trifft. Auf dieser Liste führt die FATF Länder, in denen erhebliche Defizite bei der Geldwäschebekämpfung bestehen.

Schwächen bei Prävention und Strafverfolgung
Besonders schlecht schneidet Österreich in den Bereichen Präventivmaßnahmen, Ermittlungen und Strafverfolgung ab. Die Zahl der eingeleiteten Verfahren sei „nicht vollständig an Österreichs Risiko angepasst“, heißt es im Bericht. Zudem fehle es an einer klaren Anti-Geldwäsche-Strategie und an Leitlinien für Strafverfolger.

Die FATF kritisiert, dass vor allem Geldwäsche im Zusammenhang mit Drogenhandel, Steuerdelikten und Korruption nicht ausreichend verfolgt werde. Auch die Strafen seien nicht abschreckend genug. Im noch ausstehenden Bereich der Vermögensabschöpfung droht Österreich sogar die schlechteste Bewertung.

Positive Noten für Banken und Aufsicht
Etwas besser sieht es im Finanzsektor aus: Hier bescheinigt die FATF den österreichischen Banken Fortschritte. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hatte bereits im Mai gemeldet, dass sich die Zahl der Verdachtsmeldungen deutlich erhöht habe – von rund 6.000 im Jahr 2023 auf knapp 11.000 im Jahr 2024. FMA-Vorstand Eduard Müller wertete dies als Zeichen dafür, dass das Bewusstsein für Geldwäsche im Finanzsektor angekommen sei.

Auch beim Zugang zu Unternehmensdaten und bei Maßnahmen gegen Terrorismusfinanzierung erhielt Österreich bessere Bewertungen.

Ministerien unter Zugzwang
Der Zwischenbericht liegt mittlerweile den zuständigen Ministerien vor. Das Innenministerium sprach von Ergebnissen, die den Erwartungen entsprochen hätten. Das Justizministerium kündigte an, gezielt Maßnahmen gegen die Schwachstellen einzuleiten. Das Finanzministerium hat nun bis Mitte September Zeit, Stellungnahmen abzugeben. Der finale FATF-Bericht soll im Februar 2026 erscheinen.

Hintergrund: Drohende Konsequenzen
Ein Eintrag auf der grauen Liste wäre für Österreich weit mehr als ein Imageproblem: Er würde Einschränkungen im internationalen Geldverkehr nach sich ziehen und könnte das Vertrauen von Investoren nachhaltig erschüttern. Auf der noch härteren schwarzen Liste stehen derzeit nur Nordkorea, Iran und Myanmar.

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