Zum Tag der Fische haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung auf die kritische Lage vieler Fischarten in der westlichen Ostsee hingewiesen. Besonders Dorsch und Hering seien akut bedroht, erklärte das Institut am Freitag.
Bestände in der Krise
Seit Jahren gehen die Bestände beider Arten zurück. Ursachen sind Überfischung, Klimawandel und Umweltverschmutzung, die den Lebensraum zunehmend belasten. Für Fischer bedeutet das erhebliche Einschränkungen, für das Ökosystem der Ostsee den Verlust zweier Schlüsselarten.
Künstliche Riffe als Chance
Die Geomar-Forscher schlagen vor, in stärkerem Maße auf künstliche Riffe zu setzen. Dabei werden Steinblöcke, Betonkörper oder speziell konstruierte Strukturen ins Meer eingebracht, die Unterwasserhabitaten ähneln. Diese dienen Fischen als Schutz- und Laichplätze und können so zur Erholung der Bestände beitragen. Erste Projekte hätten gezeigt, dass künstliche Riffe die Artenvielfalt lokal erhöhen und Jungfischen bessere Überlebenschancen bieten.
Appell an Politik und Gesellschaft
Die Forschenden fordern, dass der Ausbau solcher Schutzmaßnahmen künftig stärker gefördert und finanziert wird. Neben der Schaffung künstlicher Lebensräume seien jedoch auch strenge Fangquoten, weniger Schadstoffeinträge und ein konsequenter Klimaschutz entscheidend, um die Ostsee langfristig zu stabilisieren.
Bedeutung für das Ökosystem
Dorsch und Hering gelten als zentrale Arten im Nahrungsnetz der Ostsee. Ein weiterer Rückgang könnte weitreichende Folgen für andere Tierarten haben – bis hin zu Seevögeln und Meeressäugern, die auf die Fischbestände angewiesen sind.