Der Oberste Gerichtshof Indiens hat eine viel diskutierte Entscheidung zur Behandlung von Straßenhunden in der Hauptstadt Neu-Delhi revidiert. Demnach sollen die Tiere künftig nach einer medizinischen Behandlung – bestehend aus Kastration und Impfung – wieder in ihre angestammte Umgebung zurückgebracht werden. Eine frühere Anordnung, nach der alle streunenden Hunde eingefangen und dauerhaft in Tierheime gebracht werden sollten, wurde damit aufgehoben.
Heftige Proteste gegen ursprüngliche Anordnung
Die frühere Entscheidung des Gerichts hatte wochenlange Proteste von Tierschützern und Bürgerinitiativen ausgelöst. Kritiker warnten davor, dass eine massenhafte Unterbringung in Heimen nicht nur logistisch kaum machbar, sondern auch tierschutzrechtlich fragwürdig sei. Überfüllte Einrichtungen, mangelnde Versorgung und Stress für die Tiere hätten die Folge sein können.
Auch zahlreiche prominente Persönlichkeiten, darunter Filmstars, Künstler und Politiker, äußerten öffentlich ihre Empörung. Sie stellten sich auf die Seite der Tierschutzorganisationen, die betonten, dass ein humaner Umgang mit Straßenhunden nur über eine Kombination aus medizinischer Vorsorge und langfristiger Eindämmung durch Kastrationsprogramme möglich sei.
Straßenhunde – ein bekanntes Problem in Indien
Straßenhunde gehören in vielen indischen Städten zum alltäglichen Bild. Allein in Neu-Delhi soll es nach Schätzungen hunderttausende Tiere geben. Zwar erfüllen sie für manche Stadtviertel auch eine Funktion – etwa als „natürliche Wachhunde“ –, gleichzeitig kommt es immer wieder zu Konflikten mit Anwohnern, Beißvorfällen oder der Ausbreitung von Krankheiten wie Tollwut.
Neuer Ansatz: Kontrolle statt Entfernung
Mit der jetzigen Entscheidung verfolgt das Gericht einen Ansatz, der auf Kontrolle statt vollständige Entfernung setzt. Durch Kastration soll die Population langfristig reduziert, durch Impfungen das Risiko von Krankheitsübertragungen eingedämmt werden. Experten sehen darin einen gangbaren Kompromiss, der sowohl dem öffentlichen Interesse als auch dem Tierschutz gerecht wird.
Signalwirkung über Delhi hinaus
Beobachter gehen davon aus, dass das Urteil Signalwirkung für andere Regionen Indiens haben könnte. Auch dort stehen Behörden vor ähnlichen Herausforderungen im Umgang mit streunenden Hunden. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs könnte somit zu einem landesweiten Modell für den künftigen Umgang mit Straßenhunden werden.