Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal deutlicher zurückgegangen als bisher angenommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent. Ende Juli war zunächst nur ein Minus von 0,1 Prozent ausgewiesen worden.
Schwache Industrie als Hauptgrund
Die Behörde erklärte, dass sich vor allem die Industrieproduktion schlechter entwickelt habe als in der ersten Schätzung angenommen. Zahlreiche Unternehmen hätten mit sinkenden Aufträgen, steigenden Energiekosten und anhaltenden Lieferengpässen zu kämpfen. Besonders betroffen seien die Automobilbranche sowie der Maschinenbau, die traditionell zu den wichtigsten Säulen der deutschen Wirtschaft zählen.
Belastung durch internationale Handelspolitik
Wirtschaftsexperten sehen auch die Zollpolitik der USA als Belastungsfaktor. Neue Handelsbarrieren und drohende Abgaben hätten die Exporte in wichtige Märkte erschwert und zu zusätzlicher Unsicherheit in den Unternehmen geführt.
Konsequenzen für das Gesamtjahr
Mit dem nun bestätigten Rückgang wächst die Sorge, dass die deutsche Wirtschaft im Jahresverlauf in eine Rezession abrutschen könnte. Viele Konjunkturprognosen gehen bereits von einem nur schwachen Wachstum oder gar einem weiteren Rückgang aus.
Ausblick
Ökonomen fordern von der Bundesregierung Maßnahmen, um die Binnenkonjunktur zu stützen – etwa durch Investitionsprogramme, Steuererleichterungen oder eine gezielte Entlastung der Industrie. Ob dies die negativen Effekte internationaler Handelskonflikte und hoher Energiekosten auffangen kann, bleibt allerdings ungewiss.