Auf dem Johannesberg bei Meiningen hat sich ein ungewöhnlicher und gleichzeitig dreister Vorfall ereignet: Ein ganzes Weizenfeld ist spurlos verschwunden – und zwar nicht nur die Ernte, sondern gleich die gesamte Infrastruktur drumherum.
Wie die Polizei mitteilt, wurde der Winterweizen auf einer Fläche von rund 7,5 Hektar vollständig abgeerntet. Auch die gepressten Strohballen, die nach der Ernte üblicherweise auf dem Feld verbleiben, fehlen. Besonders auffällig: Selbst die Metallstangen, mit denen das Feld eingegrenzt war, sind verschwunden.
Die Ermittler stehen nun vor zwei Möglichkeiten: Entweder handelt es sich um einen gut organisierten Diebstahl, bei dem die Täter mit landwirtschaftlichen Maschinen und Transportfahrzeugen gezielt vorgegangen sind – oder um eine fatale Verwechslung, bei der vielleicht ein anderes Feld hätte abgeerntet werden sollen.
Der Tatzeitraum ist relativ weit gefasst: Die illegale Abernte muss zwischen Anfang August und Montagmittag erfolgt sein. Das macht die Ermittlungen schwierig, denn in dieser Zeit herrschte auf den umliegenden Feldern reger Erntebetrieb. Möglich also, dass Passanten oder Anwohner die Aktion gesehen, sie jedoch für eine reguläre Ernte gehalten haben.
Der finanzielle Schaden ist erheblich: Rund 9.000 Euro Verlust beziffert die Polizei, was den Wert der Ernte und der verschwundenen Materialien einschließt.
Nun setzen die Ermittler auf die Mithilfe der Bevölkerung. Zeugen, die in den vergangenen Tagen landwirtschaftliche Fahrzeuge, Mähdrescher oder Transport-Lkw in diesem Bereich gesehen haben, werden dringend gebeten, sich zu melden. Auch auffällige Aktivitäten während ungewöhnlicher Tageszeiten könnten entscheidend sein, um den Vorfall aufzuklären.
Der Fall sorgt in der Region für Gesprächsstoff – nicht nur wegen des hohen Schadens, sondern auch, weil er Fragen zur Sicherheit landwirtschaftlicher Flächen aufwirft.