Der Sportartikelhersteller Adidas hat sich entschieden, in Deutschland nicht länger an Tarifverträge gebunden zu sein. Eine Sprecherin des Konzerns bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) entsprechende Informationen der Gewerkschaft IG BCE. „Wir können bestätigen, dass wir im Arbeitgeberverband in eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung gewechselt sind“, erklärte sie.
Adidas begründete den Schritt mit dem Wunsch nach mehr unternehmerischer Flexibilität. Das bestehende Tarifgefüge biete aus Sicht des Unternehmens nicht genügend Spielraum, um individuell auf Markt- und Wettbewerbssituationen reagieren zu können. Man wolle die Möglichkeit haben, Gehälter und Arbeitsbedingungen auch außerhalb einer festen Tarifstruktur zu gestalten.
Ziel sei es nach Angaben der Sprecherin, „die besten Mitarbeitenden der Branche“ zu gewinnen und zu halten – und ihnen attraktive Vergütungen anbieten zu können, die sich nicht zwingend an tariflichen Vorgaben orientieren.
Die Entscheidung dürfte jedoch für Diskussionen sorgen. Gewerkschaften warnen seit Langem, dass eine Abkehr von der Tarifbindung zu einer Schwächung der Arbeitnehmerrechte und zu größerer Ungleichheit bei den Löhnen führen könne. Die IG BCE kündigte an, den Schritt kritisch zu begleiten und die Interessen der Beschäftigten weiterhin konsequent zu vertreten.