Österreich: Die Schallaburg im Bezirk Melk wagt einen Zeitsprung – zurück in ein Jahrzehnt voller Wandel, Rebellion und Musik: Die große Ausstellung „80er – Grenzen waren gestern“, die für 2026 geplant ist, soll nicht nur historische Ereignisse abbilden, sondern das ganz besondere Lebensgefühl der 1980er Jahre spürbar machen. Dafür ruft das Ausstellungsteam nun die Bevölkerung zur aktiven Mitgestaltung auf.
„Wir wollen nicht nur erzählen, was damals passiert ist – wir wollen vermitteln, wie sich die 80er angefühlt haben“, erklärt Kuratorin Martina Zerovnik. Die Ausstellung lebt deshalb von persönlichen Erinnerungsstücken und Geschichten, die Menschen aus ganz Österreich beisteuern können. Ob Walkman, Kassette, Bravo-Heft, Konzertticket oder Rollschuhe – erlaubt ist, was echte 80er-Vibes versprüht.
Auch Mode- und Lifestyle-Objekte wie Trainingsanzüge, Haarspray, Poster, Zeitschriften oder Dauerwellenwickler sind willkommen. „Die Menschen, die diese Zeit erlebt haben, sind unsere Expertinnen und Experten. Ihre Perspektive ist für uns Gold wert“, betont Zerovnik.
Einer dieser Zeitzeugen ist Harald Pichelbauer aus der Steiermark. Er hat sein Interrail-Ticket aus den 1980ern eingereicht – ein Symbol der grenzenlosen Freiheit. „Damals gab es noch Schlagbäume und Grenzkontrollen, aber mit dem Interrail-Ticket ist man einfach durch Europa gereist. Man schrieb nur hinein, wo man hinwollte“, erinnert er sich im Gespräch mit noe.ORF.at.
Am vergangenen Samstag fand auf der Schallaburg bereits eine erste Sichtung eingereichter Gegenstände statt – und sie weckte bei vielen Besuchern nostalgische Erinnerungen. Der legendäre Rubik’s Cube, der sich ab den 1980er-Jahren weltweit verbreitete, war nur eines der vielen Kultobjekte, das nun möglicherweise Teil der Ausstellung wird.
Einreichungen sind noch bis zum 6. September 2025 möglich – unkompliziert über die Website der Schallaburg, mit Foto und einer kurzen Beschreibung. Wer mitmacht, hat die Chance, dass sein Erinnerungsstück Teil der Ausstellung wird – samt Namensnennung als Leihgeber oder Leihgeberin.
Die Schallaburg will mit diesem Projekt zeigen, dass Geschichte nicht nur aus Politik und Daten besteht – sondern vor allem aus Emotionen, Erlebnissen und dem Alltag jener Menschen, die sie erlebt haben. Ein Jahrzehnt wird lebendig – durch Ihre Geschichten.