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HausInvest in turbulenten Zeiten – Stabilität mit Risiken: Eine Anlegeranalyse des Jahresberichts 2024/2025

geralt (CC0), Pixabay

Der aktuelle Jahresbericht der Commerz Real Investmentgesellschaft mbH zum offenen Immobilienfonds hausInvest (Stichtag: 31.03.2025) bietet aus Anlegersicht ein gemischtes Bild – geprägt von Stabilität in der Verwaltung, aber auch spürbaren Herausforderungen in einem volatilen Marktumfeld.

1. Vermögensentwicklung und Mittelbewegungen
Fondsvermögen: Rückgang auf 16,08 Mrd. € (Vorjahr: 17,11 Mrd. €). Das entspricht einem Minus von rund 6 %.

Nettomittelabfluss: Deutlich negativ mit -1,097 Mrd. € – ein klares Zeichen für einen gestiegenen Rückgabedruck von Anlegern.

Anteilspreis: Trotz Mittelabflüssen konnte der Rücknahmepreis je Anteil leicht auf 44,09 € steigen (Vorjahr: 43,89 €).

Anteilumlauf: Reduktion auf 365 Mio. Stück (Vorjahr: 390 Mio.) – ebenfalls ein Signal für rückläufiges Anlegerinteresse.

Fazit: Anlegerkapital fließt vermehrt ab. Der Fonds konnte dennoch den Anteilspreis stabilisieren, was auf solides Portfoliomanagement hinweist.

2. Immobilienportfolio und Performance
Immobilienvermögen: Leicht rückläufig auf 17,91 Mrd. € (Vorjahr: 18,12 Mrd. €).

Ankäufe vs. Verkäufe: Es wurden nur 3 Objekte gekauft, aber 6 verkauft – vermutlich ein strategisches Vorgehen zur Liquiditätssicherung.

Vermietungsquote: Rückgang auf 93,1 % (Vorjahr: 93,7 %, 2023: 94,8 %) – hier zeigt sich ein leicht abnehmender Trend.

Anlageerfolg (BVI-Methode): Mit 2,1 % etwas geringer als im Vorjahr (2,2 %), aber weiterhin solide.

Fazit: Das Portfolio zeigt trotz Rückgängen bei Vermögenswerten und Mieten eine gewisse Widerstandsfähigkeit. Ein aktives Management ist erkennbar.

3. Ausschüttung und Rendite
Gesamtausschüttung: Rückgang auf 0,78 € je Anteil (Vorjahr: 0,86 €) bei einer Gesamtausschüttung von 284 Mio. €.

Zwischenausschüttung entfällt, anders als im Vorjahr.

Ergebnis aus Liquidität: stark gestiegen auf 3,3 % (Vorjahr: 3,1 %, 2023: 0,5 %) – profitiert von gestiegenen Zinsen.

Fazit: Die Ausschüttungen bleiben attraktiv, wenn auch rückläufig. Der Fonds profitiert derzeit von Zinseinnahmen, was das Ausschüttungsniveau stützt.

4. Risiko- und Finanzierungsmanagement
Fremdfinanzierungsquote: Deutlich erhöht auf 21,3 % (Vorjahr: 16,8 %). Der durchschnittliche Zinssatz liegt bei 3,9 % – höher als in den Vorjahren.

Währungsrisiken: gut abgesichert (98,25 % des Fremdwährungsvermögens). Nur 1,75 % des Fondsvermögens unterliegt aktivem Wechselkursrisiko.

Risikobericht: Umfassend und transparent – Risiken wie Mietausfälle, Objektwertänderungen, geopolitische Unsicherheiten (Ukraine, Nahost) sowie Nachhaltigkeitsrisiken sind benannt und werden aktiv gemanagt.

Fazit: Das Risikomanagement erscheint professionell und breit aufgestellt. Die gestiegene Verschuldung sollte jedoch genau beobachtet werden.

5. Nachhaltigkeit und ESG-Strategie
Die ESG-Kriterien werden laut Bericht sowohl bei Bestandsimmobilien als auch beim Ankauf streng geprüft („Sustainability Due Diligence“).

Risiken aus Umweltveränderungen (z. B. Extremwetter, Regulierungen) werden systematisch erfasst.

Fazit: hausInvest orientiert sich zunehmend an ESG-Standards – ein wichtiger Aspekt für institutionelle und verantwortungsbewusste Anleger.

Gesamtfazit für Anleger:
Der hausInvest-Fonds zeigt sich in einem schwierigen Marktumfeld solide verwaltet. Die Immobilien bleiben überwiegend gut vermietet, das Management sichert Währungs- und Finanzierungsrisiken ab und setzt auf langfristige Nachhaltigkeit. Dennoch lasten hohe Mittelabflüsse, eine gestiegene Verschuldung und eine leicht rückläufige Ausschüttung auf der Performance.

Für langfristig orientierte Anleger bleibt der Fonds eine defensiv aufgestellte Immobilienanlage mit stabilem, aber leicht sinkendem Ertragspotenzial. Eine Rückkehr zu früherem Wachstum dürfte vom Marktumfeld und strategischen Zukäufen abhängen.

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