Ghislaine Maxwell, einst Teil der internationalen Elite und enge Vertraute des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, verbüßt derzeit eine 20-jährige Haftstrafe in einem Bundesgefängnis in Florida. Doch auch als Gefangene Nr. 02879-509 bleibt sie eine auffällige Figur – nun im Gefängnisalltag, aber immer noch in der Öffentlichkeit.
Verbindungen zur Macht – und ihre Schattenseiten
Maxwell, Tochter des umstrittenen Medienmoguls Robert Maxwell, wuchs in Reichtum auf, besuchte Oxford und bewegte sich in den höchsten gesellschaftlichen Kreisen. In den 1990ern lernte sie Epstein kennen, für den sie bald arbeitete – als Verwalterin seiner Anwesen, aber auch, wie ein Gericht feststellte, als Komplizin bei der Rekrutierung und dem Missbrauch minderjähriger Mädchen.
Bei ihrem Prozess 2021 schilderten mehrere Opfer, wie Maxwell sie mit Geschenken, Aufmerksamkeit und falschen Versprechungen in Epsteins Umfeld lockte. Dort kam es zu jahrelangem Missbrauch. Ohne Maxwells Zutun, so die Anklage, wäre das Ausmaß des Missbrauchs durch Epstein nicht möglich gewesen.
Verhör durch das Justizministerium – Trump im Fokus?
Am 24. und 25. Juli 2025 durfte Maxwell das Gefängnis verlassen, um sich mit Vertretern des US-Justizministeriums zu treffen. Laut ihrem Anwalt beantwortete sie dabei alle Fragen – auch zu über 100 weiteren Verdächtigen. Ob auch der frühere US-Präsident Donald Trump Thema war, wurde nicht bestätigt. Trump, der in der Vergangenheit Epstein gut kannte, äußerte sich lediglich ausweichend: Eine Begnadigung sei möglich, aber aktuell „unangemessen zu diskutieren“.
Gefängnisalltag mit Privilegien
Maxwell lebt derzeit im sogenannten „Honors Dorm“, vermutlich mit eigenem Zimmer, unterrichtet Yoga und Benimmregeln und darf monatlich bis zu 360 Dollar im Gefängnisshop ausgeben – darunter vegane Snacks wie Popcorn oder Sojaprodukte. Ihre Beschwerden über ungewürztes Tofu sorgten medial für Spott, unterstreichen aber auch den Kontrast zu ihrem früheren Luxusleben.
Eine komplexe Figur: loyal, berechnend, mächtig
Maxwell behauptet bis heute, nichts von Epsteins Taten gewusst zu haben. In einem früheren Zivilprozess sagte sie, sie habe nie Minderjährige eingestellt, sondern nur Erwachsene. Opferberichte und Bankunterlagen – Epstein zahlte ihr über 30 Millionen US-Dollar – zeichnen ein anderes Bild. Dennoch bleibt sie in ihrer Darstellung loyal: Epstein sei in schweren Zeiten für sie da gewesen, also sei sie es auch für ihn gewesen.
Eine Vergangenheit voller Tragik und Machtstreben
Schon als Kind erlebte Maxwell familiäre Tragödien: Ihr ältester Bruder fiel nach einem Unfall ins Koma, starb Jahre später. Ihre Mutter schrieb, Ghislaine sei vernachlässigt worden, bis sie sich aktiv ins Zentrum rückte. Später strebte sie gezielt nach Macht, wie ehemalige Weggefährten berichten.
Warten auf einen möglichen Deal – oder auf Begnadigung
Derzeit läuft eine Petition Maxwells beim Obersten Gerichtshof zur Aufhebung ihrer Verurteilung. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit einer politischen Begnadigung im Raum – vor allem, wenn sie noch mehr über Epstein und andere Beteiligte preisgibt.