Dark Mode Light Mode

Tierschützer kritisieren Indien wegen Elefantenflug nach Japan

polyfish (CC0), Pixabay

Ein zwölfstündiger Flugtransport von vier Elefanten von Indien nach Japan sorgt derzeit für scharfe Kritik von Tierschutzorganisationen. Insbesondere der indische Ableger von PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) äußerte sich deutlich und bezeichnete den Transport als „beängstigend und hochgradig stressig“ für die sensiblen Tiere.

Flug von Bangalore nach Osaka – im Rahmen eines Tauschprogramms

Die vier Elefanten wurden in der vergangenen Woche vom Bannerghatta Biological Park nahe Bangalore im Süden Indiens in die japanische Stadt Osaka gebracht. Der Transport erfolgte im Rahmen eines internationalen Tierschutz- und Austauschprogramms zwischen zoologischen Einrichtungen beider Länder. Dabei wurden die Tiere in speziell angefertigten Transportkisten verladen und mit einem Frachtflugzeug über rund 6.500 Kilometer nach Japan geflogen, wo sie den Rest ihres Lebens in einem japanischen Zoo verbringen sollen.

PETA: „Kein Tauschprojekt rechtfertigt dieses Leid“

Tierschützer zeigen sich empört. PETA-India warf den Behörden und den beteiligten Zoos vor, das Wohlergehen der Tiere den Interessen von Zoos und Besuchern unterzuordnen. „Elefanten sind hochintelligente und sozial empfindsame Wesen. Einen halben Tag lang in einer Kiste zu verbringen, abgeschnitten von Artgenossen, natürlichen Geräuschen und Bewegungsfreiheit, ist für sie purer Stress“, so ein Sprecher der Organisation. Der Transport sei aus Sicht der Tierschützer unnötig und grausam – zumal die Tiere in Japan nun auf Dauer in Gefangenschaft lebten.

Indische Behörden verteidigen Entscheidung

Indische Behörden und Vertreter des Zoos verteidigten den Transfer. Der Austausch sei im Einklang mit internationalen Regeln erfolgt und diene der „Förderung wissenschaftlicher Zusammenarbeit und des Artenschutzes“. Die Tiere seien vor dem Flug von Tierärzten untersucht und während des Transports medizinisch betreut worden. Die Sicherheit und das Wohlergehen der Tiere hätten oberste Priorität gehabt, hieß es aus dem indischen Umweltministerium.

Debatte um Ethik und Artenschutz in Zoos

Der Fall wirft erneut grundsätzliche Fragen zur Ethik von Wildtiertransporten und zur Rolle von Zoos im globalen Artenschutz auf. Kritiker bemängeln, dass derartige Transporte häufig nicht dem Schutz gefährdeter Arten dienten, sondern primär dem kommerziellen Betrieb von Zoos. Befürworter argumentieren hingegen, dass gut geführte Zoos durch internationale Kooperationen zur Erhaltung bedrohter Arten beitragen können – etwa durch Zuchtprogramme oder Bildungsarbeit.

Obwohl rechtlich zulässig, zeigen die Proteste rund um den Elefantentransport, wie sensibel und umstritten die Haltung und Verbringung von Wildtieren zwischen Ländern mittlerweile ist – besonders wenn es sich um charismatische und empfindsame Arten wie Elefanten handelt.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Leipzig: Dritter Warnstreik bei Brauereien – Sternburg-Beschäftigte legen Arbeit nieder

Next Post

Boeing dämmt Verluste ein – Mehr Auslieferungen und überraschend starker Umsatzanstieg